Bürgerschaftswahl in HamburgDiese Kandidaten kämpfen um die Gunst der Hansestadt

Hamburg wählt eine neue Bürgerschaft. Der Wahlkampf ist vom Duell der SPD mit den Grünen geprägt. Aber auch bei anderen Parteien gibt es interessante Spitzenkandidaten. Ein Überblick.

Peter Tschentscher, SPD

Seit dem Wechsel von Vorgänger Olaf Scholz in die Bundespolitik im März 2018 ist Peter Tschentscher Erster Bürgermeister in Hamburg. Aktuelle Umfragen bescheinigen ihm eine komfortable Führungsposition mit mehr als zehn Prozentpunkten Abstand zu den Grünen, dem bisherigen Koalitionspartner und Hauptkonkurrenten bei der anstehenden Wahl.

Der Wahlkampf lief für Tschentscher zunächst gut an. Zum Einstand tourte er durch die Stadt und machte sich bekannt. Sein Motto lautet dabei: "Die ganze Stadt im Blick". Er will den schwächelnden Hafen stärken, verspricht Velorouten - aber sagt auch: "Nur mit Radwegen kommen wir nicht durchs 21. Jahrhundert." Tschentscher und die SPD setzen auf Bus und Bahnen.

Nur wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl muss sich Tschentscher dann zu seiner Vergangenheit im Senat von Scholz rechtfertigen, in dem er sieben Jahre lang Finanzsenator war. Die Hamburger Finanzbehörde soll 2016 während seiner Amtszeit auf 47 Millionen Euro Steuereinnahmen von der Privatbank Warburg verzichtet haben. Als Vorsitz der Finanzbehörde hätte Tschentscher die Steuergelder vor der Verjährung eintreiben können, so der Vorwurf. Er streitet die Vorwürfe ab und betont, dass alles nach Recht und Gesetz geschehen sei.

SPD-Bundespolitiker hat der 54-Jährige zum Wahlkampf nicht eingeladen, um die Hamburger SPD möglichst unabhängig von der Bundespartei darzustellen. Der Oberarzt und habilitierte Labormediziner gilt als jemand, der einen pragmatischen Politikstil pflegt und Probleme ohne Aufregung löst.

Bild: Christian Charisius / dpa 21. Februar 2020, 19:202020-02-21 19:20:37 © SZ.de/cck/jsa