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SPD-Kandidat Steinmeier:Enttäuscht vom Wähler

CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer warf Steinmeier Beliebigkeit vor. "Ihr Motto lautet: abwarten, abgucken und dann draufsetzen. Das reicht nicht", kritisierte Steinmeier. "Wir sind auf der Höhe der Zeit, ihr seid es nicht", fügte er an die Adresse der Union hinzu.

Die Union verfolge keinen klaren Kurs. "Das kann das Land sich nicht länger erlauben. Es geht jetzt um Führung, es geht jetzt um Klarheit."

Eine "Verlogenheit" nannte es Steinmeier, wenn dabei immer nur von Steuergeldern geredet werde. "Die Union spielt sich als Hüter der Staatskasse auf, aber greift die ganze Zeit tief hinein", sagte Steinmeier.

So verlangten die CDU-Ministerpräsidenten dreistellige Milliardensummen zur Rettung ihrer Landesbanken vom Bund. "Aber wenn der Staat mit einem Kredit von 1,5 Milliarden 130.000 Arbeitsplätze rund um Opel rettet, dann wollen die Schwarz-Gelben uns weismachen, dass das unser Land ruiniert."

Es gehe um eine Richtungsentscheidung, sagte Steinmeier: "Die Ideologie, die uns in diese Krise geführt hat, kann doch nicht die Antwort auf diese Krise sein. Das kann doch nicht sein." Deshalb müsse Schwarz-Geld verhindert werden. Vor allem an dieser Stelle erntete Steinmeier großen Applaus.

Eine neue Zeit, dafür wolle er kämpfen. Es gehe vor allem um Chancengleichheit für alle. Studiengebühren müssten abgeschafft werden. Die Chancen für Kinder dürften nicht vom Geld der Eltern abhängen, ihrer Herkunft "oder dem Häuserblock, aus dem sie kommen."

Und Steinmeier zitierte Erhard Eppler, einen einflussreichen Programmatiker der deutschen Sozialdemokratie und früheren Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit: "Es geht um eine neue Epoche des Wir, statt einer Epoche des Ich."

Am Ende: Stehende Ovationen, minutenlanger Applaus.