Interview:In Ihrer Zeit als Redenschreiber für Sanford wurde die Tea Party groß. Erstaunt Sie diese Wut auf das Establishment?

Lesezeit: 6 min

Ich bin Jahrgang 1972 und seit ich denken kann, waren die Amerikaner wütend. Als die Tea Party entstand, haben das einige Leute als rassistische Reaktion auf Obama interpretiert. Ich habe das nie so gesehen. Die neue Regierung hat die Fehler der Bush-Regierung verschlimmert, indem sie noch mehr Geld ausgegeben hat. Diese Schulden werden noch meine Enkel abbezahlen. Das Schöne an der Tea Party war, dass alles so spontan und unorganisiert war. Das war auch ihre Schwäche. Heute hat der Begriff keinen Wert mehr, ebenso wenig wie "Establishment".

Für viele Wähler ist jeder Abgeordnete in Washington Teil des Establishments.

Ich halte diese Phrasen für wenig hilfreich. Klar, es gibt Leute wie Mitch McConnell, den Chef der Republikaner im Senat, er ist seit 31 Jahren dort. Und dann gibt es Rebellen wie Mike Lee oder Ted Cruz. Aber die anderen sind irgendwo mittendrin, je nachdem, um welches Thema es geht.

Trump hat viel Erfolg mit seinem Schimpfen auf Lobbyisten und Partei-Elite.

Das stimmt. Was mich am meisten an Trump wundert, ist die Tatsache, dass alle Prognosen über ihn falsch waren. Ich verstehe nicht, dass so viele Republikaner jemanden unterstützen, der überhaupt nicht konservativ ist. Man nennt ihn so, weil er für Marktwirtschaft und gegen Einwanderung ist, aber das hat nichts mit der konservativen Bewegung zu tun. Deswegen glaube ich nicht, dass er Präsident werden kann, auch wenn er nominiert wird. Niemand kann als Republikaner eine Wahl gewinnen, wenn er vergiftete Beziehungen zu allen wichtigen Autoren und Kolumnisten hat. Die National Review, das Hausblatt der konservativen Intellektuellen, hat eine ganze Ausgabe mit dem Titel "Gegen Trump" veröffentlicht. Doch Trump scheint es nicht zu stören, dass er alle Intellektuellen zum Feind hat.

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