Regierung - Stuttgart:Strobl: Aktivisten der "Letzte Generation" sind Straftäter

Regierung - Stuttgart: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) nimmt an der Landespressekonferenz teil. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) nimmt an der Landespressekonferenz teil. Foto: Bernd Weißbrod/dpa (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach den anhaltenden Protesten der Klimagruppe "Letzte Generation" und weiteren angekündigten Blockaden der Aktivisten ist für den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl das Maß voll. "Das ist illegal, das sind Straftäter", kritisierte der CDU-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Er halte die Motivation der meist jungen Menschen "für irrelevant". Es sei "absolut inakzeptabel" in Kauf zu nehmen, dass Rettungsdienste aufgehalten und Menschenleben gefährdet würden. "Möglicherweise geht es dem einen oder dem anderen auch gar nicht um den Klimaschutz, sondern es geht darum, Straftaten zu begehen", sagte Strobl. Zuvor hatte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wiederholt wenig Verständnis für die Proteste gezeigt.

Seit Monaten blockiert die Gruppe "Letzte Generation" deutschlandweit immer wieder Straßen und Autobahnen und fordert einen "Stopp des fossilen Wahnsinns". In den vergangenen Wochen hatten sich Klimademonstranten auch an Gemälden festgeklebt oder sie mit Lebensmitteln bespritzt. Die Klima-Aktivisten wollen mit ihren Aktionen ihrer Forderung nach einer entschiedeneren Bekämpfung des Klimawandels Nachdruck verleihen. Mehrfach wurden nach Straßenblockaden unter anderem in Stuttgart Geldstrafen ausgesprochen.

Zuletzt war die "Letzte Generation" im Zusammenhang mit dem Tod einer Radfahrerin in Berlin heftig in die Kritik geraten. Die 44-jährige Frau war am 31. Oktober von einem Betonmischer überrollt worden und wenige Tage später gestorben. Ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr, das helfen sollte, die Verletzte zu befreien, steckte in einem Stau, der von dem Klima-Protest ausgelöst worden sein soll. Ob das frühere Eintreffen des Fahrzeugs etwas geändert hätte, ist offen. In dem Fall wird noch ermittelt.

© dpa-infocom, dpa:221115-99-528311/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema