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Rassismus in den USA:George Floyd flehte mehr als 20 Mal um Atemluft

George Floyd, Rassismus, USA

Der brutale Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd hat im ganzen Land zu Unruhen und Protesten geführt. In Richmond, Virginia, wurde sein Porträt auf die Statue des Konfödierten-Generals Robert E. Lee projiziert.

(Foto: AP)

Der unbewaffnete Afroamerikaner war im Mai bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis getötet worden. Transkripte von Aufnahmen der Körperkameras der Polizisten zeigen, wie er um sein Leben rang.

Der bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis getötete Afroamerikaner George Floyd hat die Polizisten, die ihn am Boden fixierten, mehr als 20 Mal auf seine Atemnot hingewiesen. Das zeigen nun veröffentlichte Transkripte der Körperkameras der inzwischen angeklagten Polizisten. Die Abschriften wurden von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht.

In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. "Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ich werde wohl auf diese Weise sterben", heißt es in den Gerichtsunterlagen unter anderem.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Straße zu Boden. Ein weißer Beamter drückte sein Knie etwa acht Minuten lang in Floyds Hals. Floyd verlor das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle, wie die Autopsie ergab.

"Ich habe Angst, Mann"

Die Mitschriften zeigen weiter, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschießen. "Sie handeln etwas unberechenbar", sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: "Ich habe Angst, Mann."

Im weiteren Verlauf wird immer wieder deutlich, dass Floyd und die Polizisten Probleme haben, miteinander zu kommunizieren. Immer wieder sagt der Festgenommene auch, dass er unter Platzangst leide und deshalb Schwierigkeiten habe, in das Polizeiauto einzusteigen.

Anschließend kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge Floyd starb. Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März kommenden Jahres beginnen.

© SZ/dpa/gal/saul

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