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Russland:Wie sich Putin den Syrien-Einsatz leisten kann

Wladimir Putin

Wladimir Putin engagiert sich militärisch in Syrien.

(Foto: dpa)

Russland ächzt unter einem Embargo, der Ölpreis ist im Keller. Woher nimmt Putin das Geld für den Militäreinsatz in Syrien?

Um vier Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr schrumpfen, prognostiziert die russische Nationalbank. Grund dafür ist vor allem der niedrige Ölpreis, aber auch alte strukturelle Probleme. Dazu kommen die Sanktionen. In diesem Moment startet Putin in Syrien auch noch den ersten Einsatz der Streitkräfte außerhalb des Gebiets der ehemaligen Sowjetunion seit dem Einmarsch in Afghanistan 1979. Kann Russland sich das leisten? Problemlos, sagen Experten. Vielleicht kommt sogar ein Gewinn dabei heraus.

Zunächst ist der Einsatz von etwa 50 Flugzeugen und Kampfhubschraubern sowie an die 2000 Soldaten an der Levante nicht besonders teuer, wenn man ihn ins Verhältnis setzt. Während der Tschetschenienkriege flogen Dutzende Bomber jahrelang Angriffe auf die Kaukasus-Republik, zeitweise waren 100 000 Soldaten im Einsatz. Und damals ging es Russlands Wirtschaft bei noch niedrigerem Ölpreis deutlich schlechter als heute.

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Kosten des Einsatzes: etwa eine Milliarde Euro pro Jahr

Die Wirtschaftszeitung Kommersant Dengi beziffert die Kosten des Einsatzes unter Berufung auf das Verteidigungsministerium auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Da waren die Großmanöver, die die Armee zuletzt in Russland abgehalten hat, teurer. Zudem sind die Kosten laut Finanzministerium vollständig vom Verteidigungsetat gedeckt, der im kommenden Jahr 19,2 Prozent des Gesamthaushalts ausmacht (Bildung: 3,6, Gesundheit: 3 Prozent).

Der Ölpreis machte nach dem Eingreifen der Russen einen kleinen Satz. Eine Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten könnte ihm weiter Auftrieb geben. Zudem ist der Einsatz für den nach den USA zweitgrößten Waffenexporteur der Welt eine Gelegenheit, sein Arsenal vorzuführen. "Wenn die Lage auf der Welt sich verschärft, steigen die Aufträge immer", sagte der Chef des staatlichen Rüstungskonzerns Rostech, Sergej Tschemesow, dem Kommersant.