Präsidentschaftswahlen in den USA – Ron Paul

Er ist der älteste Bewerber und zugleich Favorit junger, konservativer Wähler: Der 76-jährige Frauenarzt aus Texas vertritt radikale, libertäre Positionen. Ron Paul ist gegen den Wohlfahrtsstaat, in der Finanzpolitik will er zurück zum Goldstandard - und die mächtige US-Notenbank Fed soll abgeschafft werden. Sein Credo: Der Staat bedroht die Freiheiten der Bürger, daher solle dessen Macht konsequent beschränkt werden.

Zudem will er das militärische Engagement der USA weltweit zurückfahren: Den Irak-Krieg bezeichnete er als Ausdruck "imperialer Politik", die Terrorangriffe vom 11. September 2001 seien die "Antwort der islamischen Welt auf die militärischen Interventionen" der USA gewesen. Paul will alle US-Soldaten rasch nach Hause holen und damit allein im ersten Jahr eine Billion Dollar einsparen. Auch die Entwicklungshilfe soll eingefroren werden.

Für Paul, der in Iowa und New Hampshire jeweils mehr als 20 Prozent holte, aber keine der Vorwahlen klar für sich entscheiden konnte, ist es bereits die dritte Präsidentschaftskandidatur: 1988 trat er für die Libertarian Party an, 2008 bewarb er sich um die republikanische Kandidatur. Mit seinen radikalen Positionen dürfte er vor allem Protestwähler ansprechen, die mit der Auswahl der Bewerber in der eigenen Partei nicht zufrieden sind.

Bild: REUTERS 4. Januar 2012, 05:262012-01-04 05:26:22 © Süddeutsche.de/rai/hai/mati