Peer Steinbrück und die Nebeneinkünfte:Die SPD hat sich verheddert

Er hat seine Vortragshonorare offengelegt. Trotzdem wird die SPD die Debatte um die Nebeneinkünfte ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück nicht los. Die Sozialdemokraten sind daran auch selbst schuld. Ihre Strategie war kurzsichtig.

Robert Roßmann, Berlin

Peer Steinbrück wird die Debatte um seine Nebeneinkünfte nicht los

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Vortragshonorare offengelegt. Doch die Debatte um seine Nebeneinkünfte geht weiter.

(Foto: dpa)

Für die SPD läuft es wahrlich nicht gut. Fünf Wochen ist Peer Steinbrück nun schon Kanzlerkandidat. Fünf Wochen, in denen er über Steuerkonzepte, Altersarmut oder Krippenplätze hätte sprechen können - Dinge also, die wirklich wichtig sind.

Stattdessen muss er sich täglich aufs Neue für seine Nebeneinkünfte rechtfertigen. Ungerecht sei das, findet die SPD. Schließlich seien doch Union und FDP die wahren Transparenz-Verhinderer - während Steinbrück seine Honorare offengelegt habe.

Das ist beides richtig. Trotzdem sind die Sozialdemokraten selbst schuld, dass sie die Debatte um die Millionen des Kandidaten nicht loswerden. Denn die SPD hat sich in ihrer eigenen Strategie verheddert. Nachdem sie jahrelang die Ausweisung der Nebeneinkünfte in groben Stufen ausreichend fand, verlangt sie jetzt auf einmal Transparenz "auf Euro und Cent".

Das Kalkül: Die Koalition werde das ablehnen und könne dann vorgeführt werden - und über Steinbrück würde kaum noch einer reden. Ein paar Wochen hat das auch funktioniert. Doch jetzt kommt die Forderung wie ein Bumerang auf Steinbrück zurück.

Der Kandidat hat zwar seine Vortragshonorare offengelegt. Über die ebenfalls gewaltigen Erlöse aus Buchverträgen und Aufsichtsratsmandaten will er aber nicht reden, schon gar nicht "auf Euro und Cent". So lange seine Partei das Stufenmodell propagiert hat, wäre er damit durchgekommen. Jetzt nicht mehr.

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