Paul Manafort Trumps ehemaliger Wahlkampfleiter muss in U-Haft

Manafort erscheint zur Verkündung seiner Anklage am Washingtoner Bezirksgericht.

(Foto: REUTERS)
  • Bald muss sich Paul Manafort, Trumps ehemaliger Wahlkampfleiter, wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuervergehen vor Gericht verantworten.
  • Schon vor dem Prozess muss er nun in Haft, weil er Zeugen beeinflusst haben soll. Das entschied eine Richterin in Washington.

Der ehemalige Wahlkampfmanager von Donald Trump, Paul Manafort, muss ins Gefängnis. Das entschied eine Richterin in Washington. Bisher stand Manafort, der sich in einem Prozess wegen mutmaßlicher Geldwäsche, Steuervergehen und unangemeldeter Lobbyarbeit für eine ausländische Regierung verantworten muss, unter Hausarrest und trug eine elektronische Fußfessel.

Die Bundesrichterin begründete ihre Entscheidung, Manafort nun in Untersuchungshaft zu nehmen, mit möglichen Versuchen der Zeugenbeeinflussung durch den Angeklagten. Der Sonderermittler zur Russland-Affäre, Robert Mueller, hatte den früheren Trump-Berater vor einigen Tagen beschuldigt, Zeugen angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert zu haben, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen.

Manafort gilt als Schlüsselfigur der Russland-Affäre. Diese dreht sich um die mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen zugunsten Trumps und mögliche illegale Absprachen zwischen dem Team des heutigen Präsidenten und Moskau. Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit dem Sonderermittler kooperiert.

Der 69-Jährige war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten schon wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) von prorussischen Kräften in der Ukraine erhalten.