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Parteien - Kiel:Waldheim will AfD-Landeschef in Schleswig-Holstein werden

Hamburg (dpa/lno) - Der AfD-Bundesrechnungsprüfer Christian Waldheim will Parteivorsitzender in Schleswig-Holstein werden. "Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Landesverband, Kreisverbände, Landtagsfraktion und die kommunalen Mandatsträger vernetzt werden, um ihre volle politische Wirkungskraft entfalten zu können", kündigte Waldheim am Freitag an. Zuvor hatte die "Welt" über die Pläne des 46 Jahre alten Betriebswirts aus Norderstedt berichtet.

Der Landesvorsitz der AfD im nördlichsten Bundesland ist derzeit vakant. Die Ex-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein hatte Anfang Januar offiziell ihren Rücktritt bekanntgegeben, nachdem ihr der Bundesvorstand zuvor die Ausübung des Amtes untersagt hatte.

Die 64-Jährige hatte 2014 für einen Verein geworben, der mittlerweile auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht und vom Verfassungsschutz Thüringen als rechtsextremistisch eingestuft wurde. Deshalb wurde Sayn-Wittgenstein am 4. Dezember aus der Fraktion in Kiel ausgeschlossen. Dem Landtag gehört sie aber weiterhin an.

Waldheim sprach von zwei verlorenen Jahre für die AfD. "Der Landesverband hat sich unter der Ägide von Doris von Sayn-Wittgenstein weder organisatorisch, noch politisch inhaltlich weiterentwickelt und ist tief gespalten." Das hänge auch mit dem Führungsstil der ehemaligen Vorsitzenden sowie des amtierenden Landesvorstands zusammen.

Positiv äußert er sich zur Landtagsfraktion. "Die machen eine sehr gute Arbeit", sagte Waldheim der Deutschen Presse-Agentur. Die Neuwahl des Landesvorstands steht auf dem Programm eines Landesparteitags am 27. und 28. April an.