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Spesenaffäre:Streit um Familie Strache

Philippa Strache soll monatlich 9500 Euro von der FPÖ bezogen haben.

(Foto: Hans Punz/AFP)

Der Wiener Landesverband der FPÖ hat beschlossen, Philippa Strache keinen Listenplatz für den Nationalrat zu gewähren. Die Landeswahlbehörde weist darauf hin, dass das Verfahren womöglich nicht rechtskonform ist.

Zwischen der FPÖ und der Familie Strache verhärten sich weiter die Fronten. Auslöser ist ein heftiges Tauziehen um einen Parlamentssitz für Straches Ehefrau Philippa, die bei der Nationalratswahl am 29. September auf Platz drei der Wiener Landesliste kandidiert hatte. Am Montagabend beschloss der Landesverband, ihr nun doch kein Mandat zu gewähren. Am Dienstag aber wies die Landeswahlbehörde darauf hin, dass das für die Ausbootung von Philippa Strache gewählte Verfahren womöglich nicht rechtskonform ist. Dies soll jetzt überprüft werden. Parteiintern wächst indes die Angst vor einer Rache Straches, die zu einer Spaltung der FPÖ führen könnte.

Philippa Strache war auf den als sicher geltenden Listenplatz gesetzt worden, nachdem ihr Mann als Folge des Ibiza-Skandals alle seine Ämter verloren hatte. Im Gegenzug hatte Heinz-Christian Strache auf sein EU-Mandat verzichtet, das ihm bei der Wahl im Mai durch Vorzugsstimmen zugefallen war. Zuletzt aber war der Unmut in der Partei wegen einer Spesenaffäre gewachsen. Darin steht die Familie Strache im Verdacht, einen aufwendigen Lebensstil auf Kosten der Partei finanziert zu haben. Unter anderem soll Philippa Strache ein monatliches Gehalt von 9500 Euro bezogen haben. Hier bestehe "noch Aufklärungsbedarf", hieß es in der Wiener FPÖ zur Mandatsentscheidung.

Als erste Reaktion postete Heinz-Christian Strache auf Facebook den Artikel einer Zeitung namens Epoch Times mit dem Titel "Totgesagte leben länger". Es geht darin um seine angeblich guten Chancen auf ein politisches Comeback mit einer eigenen Partei. Erst in der vorigen Woche war Straches FPÖ-Mitgliedschaft suspendiert worden, und er hatte seinen kompletten Rückzug aus der Politik angekündigt. Ebenfalls auf Facebook kündigte Strache nun an, die Rechte an seiner Facebook-Seite, die knapp 800 000 Follower hat, gegen Ansprüche der FPÖ einzuklagen.

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