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Neue Jugendbewegungen:Los, auf die Straße

Anna Schwarzmann (l.) und Clara Mokry, die beiden Organisatorinnen von "Pulse of Europe", auf dem Münchner Max-Joseph-Platz.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Lange sah man auf Demos vor allem Angstmacher, die nur gegen etwas waren. Jetzt protestiert die Jugend. Für Europa. Für Frieden. Für die Auflösung von Wir und Die.

Auf dem Max-Joseph-Platz in München bewachen vier Löwen das Bronzestandbild von König Max, die Löwen sind alle gleich groß, allerdings wird der Löwe vorne rechts strapaziert wie noch nie seit seiner Enthüllung vor 182 Jahren. Er ist gerade öfter in den Zeitungen, als Träger einer Fahnenstange, die sich in seinem Maul offenbar besser befestigen lässt als in den Mäulern der drei anderen Löwen. Der Löwe vorne rechts ist so etwas wie das Gesicht einer Bewegung geworden, die neuerdings jeden Sonntag um 14 Uhr auf dem Max-Joseph-Platz sichtbar wird, und hörbar. Sonntags um 14 Uhr wird das Wummern eines pochenden Herzens aus der Lautsprecherbox über den Platz gejagt, der Sound des "Pulse of Europe". Der Löwe trägt die Stange, an deren Ende die Europaflagge hängt, goldene Sterne auf azurblauem Grund. Manchmal wirft der Wind dem Löwen das Fahnentuch komplett über den Schädel, aber dann findet sich immer schnell ein Helfer, der ihm wieder freie Sicht verschafft. Der Löwe vorne rechts hat die Herzkammern Münchner Gastlichkeit im Blick, das Spatenhaus und etwas weiter hinten auch fast noch den Franziskaner.

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