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Neue Bildungsministerin im Porträt:"Konservativ, bürgerlich, aber auch modern"

Im März 2001 trat die ursprünglich parteilose, aber der CDU nahestehende Wanka den Christdemokraten bei. Im Oktober 2008 wurde sie mit großer Mehrheit zur kommissarischen Landesvorsitzenden bestellt. Kurz darauf wurde sie zudem als Stellvertretende Ministerpräsidentin von Brandenburg vereidigt.

Sie stehe für eine "konservative, bürgerliche, aber auch für eine moderne CDU", sagte Wanka im brandenburgischen Wahlkampf 2009, und warb damals für neue Wege in der Sozial-, Familien- und Bildungspolitik.

Nach der Landtagswahl 2009 wurde Wanka Fraktionschefin der unterlegenen CDU und damit Oppositionsführerin. Die Bildung der rot-roten Koalition in Potsdam wertete Wanka damals als "Verrat" an der friedlichen Revolution von 1989.

Wenige Monate darauf, im April 2010 verließ Wanka nicht ganz unerwartet Brandenburg und wechselte als Nachfolgerin des Ministers für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann (CDU), nach Niedersachsen in das Kabinett des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Wanka wurde damit die erste ostdeutsche Ministerin in einem westdeutschen Kabinett.

Politiker unter Plagiatsverdacht

Von Guttenberg über von der Leyen bis Giffey

Wanka hat einen Ruf als pragmatische, unideologische Politikerin. Besondere Akzente setzte sie in ihren beiden Jahren in Hannover aber nicht mehr. Ausdrücklich machte sie sich in Niedersachsen aber für eine Öffnung der Hochschulen für "bildungsferne Schichten und Migranten" stark. Deshalb sollte auch über einen Hochschulzugang für Studenten ohne Abitur nachgedacht werden - eine Position, die in der CDU umstritten ist. Im Zentrum der parteipolitischen Debatten stand Wanka in den vergangenen Monaten vor allem deshalb, weil sie bis zuletzt zusammen mit David McAllister an den Studiengebühren in Niedersachsen festhielt.

Vor diesem Hintergrund lassen auch Äußerungen von Wanka aus dem Juli 2012 aufhorchen. Damals sagte sie, sie gehe davon aus, dass es binnen fünf Jahren wieder in allen 16 Bundesländern Studiengebühren geben werde - "nicht zuletzt wegen der Notwendigkeit ausgeglichener und schuldenfreier Haushalte". Die kategorische Ablehnung der Gebühr von SPD, Grünen und Linken sei "rein ideologisch".

Wanka ist zur Zeit Bildungskoordinatorin der unionsgeführten Bundesländer in der Kultusministerkonferenz (KMK). Nach der Abwahl der schwarz-gelben Regierung in Hannover im Januar hat Wanka nun schneller als erwartet eine neue Aufgabe gefunden. Die Gerüchte der vergangenen Tage haben sich bestätigt: Am 14. Februar soll die 61-Jährige nun Annette Schavan als Bundesministerin nachfolgen.

Auffallend wirken dabei die Parallelen in den Lebensläufen von Wanka und der Bundeskanzlerin: Merkel ist Physikerin, Wanka Mathematikerin. Beide sind mit Hochschuldozenten verheiratet, im Fall der designierten Wissenschaftsministerin handelt es sich um einen Mathematik-Professor. Wanka ist zudem typisch für eine Gruppe ostdeutscher Politiker, die in der DDR wegen ihrer naturwissenschaftlichen Betätigung politisch unbelastet blieben und nach der Wende politische Karriere machten.