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Nach UN-Sanktionen:Nordkorea kündigt Ausbau von Atomprogramm an

N. Korean leader inspects border unit

Nordkoreas Regierung unter Diktator Kim Jong Un ist erzürnt über die schärferen UN-Sanktionen gegen das Atomwaffenprogramm des Landes.

(Foto: dpa)

Nordkorea geht weiter auf Konfrontationskurs: Als Reaktion auf die Verschärfung der UN-Sanktionen hat Pjöngjang den Ausbau seines Kernwaffenprogramms angekündigt. China, das die Sanktionen ebenfalls befürwortet hat, ruft Nordkorea zur Besonnenheit auf - und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Als Reaktion auf die Verschärfung von UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomtests hat Nordkorea weitere Maßnahmen zum Ausbau seines Kernwaffenprogramms angekündigt. Der neue Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats sei ein "Produkt der feindseligen Politik der USA" und werde vollständig zurückgewiesen, hieß es am Samstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.

Die Welt werde deutlich sehen, wie die Volksrepublik ihre "permanente Stellung als Atomwaffenstaat und Satellitenstarter festigen wird", wurde ein nicht namentlich genannter Sprecher von den Staatsmedien des kommunistischen Landes zitiert. Statt durch die Strafmaßnahmen geschwächt zu werden, würden Nordkoreas Kapazitäten zur atomaren Abschreckung noch zunehmen.

Nach der jüngsten UN-Resolution hatte Pjöngjang den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht und einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig erklärt. Zuvor hatte Nordkorea gedroht, den Waffenstillstandsvertrag von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs aufzukündigen.

China ruft zu Zurückhaltung auf

Nordkoreas Verbündeter China rief unterdessen erneut dazu auf, die Krise auf der koreanischen Halbinsel durch Dialog und Verhandlungen beizulegen. Alle Beteiligten sollten sich jetzt ruhig verhalten, Zurückhaltung üben und nichts unternehmen, was die Lage weiter verschlechtern könnte, sagte Außenminister Yang Jiechi vor Journalisten in Peking. Zu Nordkoreas drittem Atomtest vom 12. Februar sagte der Außenminister: "Das ist etwas, was wir nicht zu sehen wünschen". Allerdings seien die Sanktionen des UN-Sicherheitrats kein "Zweck an sich" und nicht die "Wunderlösung für die Probleme".

Nordkorea hatte bereits im Januar neben der Drohung mit dem Ausbau seines Atomwaffenarsenals weitere Satellitenstarts und neue Tests von Langstreckenraketen angekündigt, die gegen die USA gerichtet sein würden. Zuvor hatte der Weltsicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea wegen eines umstrittenen Raketenstarts des Landes im Dezember ausgeweitet.

Die Sanktionen wurden in dieser Woche wegen des nordkoreanischen Atomtests am 12. Februar noch einmal verschärft. Auch die Vetomacht China stimmte für die Resolution 2094, deren Anlass Nordkoreas dritter Atomwaffentest war. Dieser wiederum war nach nordkoreanischer Darstellung die Antwort auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrats vom Januar, in der der Start eines nordkoreanischen Weltraumsatelliten im Dezember verurteilt worden war. Der Westen vermutete hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

© Süddeutsche.de/afp/dpa/mahu/lala

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