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Nach Massaker an Universität:Kenias Luftwaffe will Extremistenlager in Somalia bombardiert haben

Kenianische Soldaten vor einem Krankenhaus in der Stadt Garissa, in der somalische Al-Shabaab-Milizen fast 150 Menschen getötet haben.

(Foto: AP)
  • Die kenianische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben zwei Lager der islamistischen Al-Shabaab-Miliz im Nachbarland Somalia bombardiert. Al-Shabaab widersprach dieser Darstellung.
  • Kenias Präsident Kenyatta mit eine härtestmöglichen Reaktion" angekündigt für den Angriff der Miliz auf eine Hochschule im kenianischen Garissa. 148 Menschen wurden getötet.

Kenia attackiert Islamisten in Somalia

Wenige Tage nach dem Angriff der somalischen Al-Shabaab-Miliz auf eine Universität in Kenia hat die kenianische Luftwaffe offenbar zwei Lager der Islamisten im Nachbarland Somalia bombardiert. Die beiden Stellungen in der südlichen Region Gedo seien zerstört worden, sagte Armeesprecher David Obonyo der Nachrichtenagentur AFP. Angaben zu möglichen Opfern wurden nicht gemacht. Al-Schabaab widersprach, kein Lager sei angegriffen worden. Eine unabhängige Bestätigung war nicht zu erhalten.

Der Angriff in Garissa

Bei dem Angriff auf eine Hochschule in Garissa im Norden Kenias waren am Donnerstag mindestens 147 Menschen getötet worden, darunter 142 vorwiegend christliche Studenten. Garissa liegt rund 200 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hatte nach dem Anschlag mit der "härtestmöglichen Reaktion" gedroht.

Der Hintergrund

Mit dem Anschlag wollte die Al-Shabaab-Miliz die kenianische Armee zum Rückzug aus Somalia zwingen, wo sie sich am Einsatz der Afrikanischen Union gegen die islamistischen Rebellen beteiligt. Dabei bombardierten kenianische Kampfflugzeuge auch immer wieder Al-Shabaab-Lager.

Seit 2012 verübten die Shabaab wiederholt blutige Anschläge in Kenia, um sich für das Vorgehen der Armee gegen ihre Stellungen in Somalia zu rächen. Dabei wurden bisher mehr als 500 Menschen getötet.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

In Kenia wurde zu den Osterfeiertagen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Vor allem in christlichen Einrichtungen war die Nervösität groß, denn die Terroristen hatten in der Universität Garissa gezielt Christen getötet.

Gleichzeitig wächst in dem ostafrikanischen Land die Kritik über mögliche Versäumnisse der Behörden und Sicherheitskräfte. Medien berichteten, dass die Sicherheitskräfte nach ersten Informationen über eine mögliche Attacke in der Stadt Garissa fast acht Stunden gebraucht hätten, um einzuschreiten.

© dpa/RTR/AFP/frdu/luk
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