Nach IS-Anschlägen UN-Sicherheitsrat beruft Sondersitzung zum Jemen ein

  • Der UN-Sicherheitsrat beruft eine Sondersitzung zur Lage im Jemen ein.
  • Seit den Selbstmordanschlägen in Sanaa vom Freitag eskaliert dort die Gewalt.
  • Die Huthi-Rebellen übernehmen die Kontrolle über den Flughafen in der Stadt Taes.

Die Lage im Jemen droht zu eskalieren

Nach den Selbstmordattentaten der sunnitischen Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Jemen droht die Lage in dem arabischen Land zu eskalieren. Die USA haben aufgrund der immer schlechter werdenden Sicherheitslage ihr verbliebenes Botschaftspersonal aus dem Land abgezogen. Erst kurz zuvor hatten die USA auch ihr Militärpersonal aus dem Jemen abgezogen. Wegen der anhaltenden Unruhen in dem Land hatten sie ihre Botschaft in Sanaa bereits vor Wochen geschlossen.

UN-Sicherheitsrat beruft Sondersitzung ein

Seit den Selbstmordanschlägen auf schiitische Moscheen am Freitag in Sanaa, bei denen mindestens 142 Menschen getötet und 351 verletzt wurden, eskaliert die Gewalt auf den Straßen des Landes. Der UN-Sicherheitsrat hat deshalb noch in der Nacht kurzfristig eine Dringlichkeitssitzung für diesen Sonntag einberufen. Jordanien habe um die Ansetzung der Sondersitzung gebeten. Normalerweise tagt der Sicherheitsrat nicht an Wochenenden, solche Treffen finden nur in dringenden Ausnahmesituationen statt.

IS bekennt sich zu Anschlägen

Die Attentate vom Freitag gelten als die schlimmsten, die die Hauptstadt Sanaa je getroffen haben. In zwei Moscheen, die von Anhängern der schiitischen Huthi-Miliz besucht werden, hatten sich während des Gebets vier Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Erstmals bekannte sich der IS zu Anschlägen im Jemen.

Huthi-Rebellen übernehmen Kontrolle über Flughafen.

Die Hauptstadt Sanaa wird von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert, genau wie weite Teile der nördlichen Landeshälfte. Am Sonntag schlugen die Milizen in der Stadt Taes die Regierungstruppen zurück und übernahmen die Kontrolle über den Flughafen. Mit ihnen kämpften Militärs, die dem vor drei Jahren entmachteten jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh weiterhin treu seien, sagten Vertreter der Sicherheitskräfte.

Politisches Chaos und Gewalt

Die strategisch wichtige Stadt Taes liegt im Landesinneren an der Straße zwischen der Hauptstadt Sanaa und der südlichen Küstenstadt Aden. Die Rebellen hatten auch den von den Vereinten Nationen anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi aus Sanaa vertrieben, Ende Februar konnte er nach Aden fliehen. Von dort aus versucht er nun, wieder Macht über den Jemen zu gewinnen.

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Bislang war die Terrororganisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel die aktivste Dschihadistenorganisation in dem Land.