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Seenotrettung:Flüchtlinge verlassen deutsches Schiff vor Malta

Flüchtlinge an Bord der Alan Kurdi.

(Foto: AP)
  • Die 62 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs Alan Kurdi durften in Malta an Land.
  • Zehn Tage lang befand sich das Schiff der Regensburger Rettungsorganisation Sea-Eye auf einer Irrfahrt durchs Mittelmeer.
  • Zuvor hatten Italien und Malta die Aufnahme der Menschen verweigert.

62 Flüchtlinge, die seit dem 3. April auf einem deutschen Rettungsschiff im Mittelmeer ausharren, sind nach Malta gebracht worden. Örtliche Medien zeigten am Samstagabend, wie die Menschen an Land gingen. Von dort sollen sie nach Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg weiterreisen. Keiner von ihnen werde in Malta bleiben, teilte die Regierung des Inselstaates mit.

Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Samstag bis zu 26 Menschen auf. Die von der Regensburger Rettungsorganisation Sea-Eye betriebene Alan Kurdi hatte die Menschen am 3. April vor der libyschen Küsten gerettet. Das Schiff bekam dann keine Genehmigung, in einen sicheren Hafen einzufahren, weil Italien und Malta auf eine Verteilung der Menschen auf andere EU-Länder pochten. Die Situation auf dem Rettungsschiff hatte sich zuletzt vor allem durch Platzmangel, Wasser- und Lebensmittelknappheit zugespitzt. Zwei Frauen wurden aus gesundheitlichen Gründen bereits in der Nacht zum Samstag in Malta an Land gebracht.

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Auch jetzt durfte die Alan Kurdi nicht in Malta einlaufen. Stattdessen mussten die Flüchtlinge von dem Rettungsschiff auf ein maltesisches Schiff wechseln, das sie dann an Land brachte.

Die Organisation Sea-Eye warf den Behörden in Italien und Malta schwere Versäumnisse vor. Sie hätten die Alan Kurdi angewiesen, einen tunesischen Hafen anzusteuern. "Uns ist nicht bekannt, dass die italienische Küstenwache oder die maltesische Armee jemals aus Seenot gerettete Menschen nach Tunesien brachte", sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck. "Wir verstehen nicht, warum man uns immer wieder so einen Rechtsbruch aufzwängen möchte."

Auch die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte das Verhalten des kleinsten EU-Landes als "unerträglich". "Es gibt überhaupt keine nachvollziehbare Erklärung, dass Malta die Alan Kurdi nicht einlaufen lässt. Malta tritt die Menschenwürde mit Füßen", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. Pro Asyl fordere einen Europäischen Verteilungsschlüssel für Angelandete und aus Seenot gerettete Bootsflüchtlinge.

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