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Venezuela:USA klagen Präsident Maduro wegen Drogenhandels an

Wird von den USA nicht anerkannt: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

(Foto: AFP)
  • Die USA klagen den venezolanischen Staatschef Maduro und mehrere Vertraute wegen Drogenhandels und Geldwäsche an.
  • Das US-Außenministerium lobt eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen aus, die zur Festnahme von Maduro führen.
  • Die venezolanische Regierung hat derweil gegen den selbsterklärten Übergangspräsidenten und Oppositionsführer Guaidó Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs eingeleitet.

Die USA klagen den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und mehrere Vertraute wegen Drogenhandels und Geldwäsche an. Die venezolanische Regierung arbeite mit Dissidenten der früheren kolumbianischen Rebellenorganisation Farc zusammen, um Kokain über Mittelamerika in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln, sagte US-Justizminister William Barr am Donnerstag. Das US-Außenministerium lobte eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen aus, die zur Festnahme von Maduro führen.

Eine Anklage gegen einen amtierenden Staatschef ist sehr ungewöhnlich. Gemäß US-Recht und internationalen Normen genießen amtierende Staatsoberhäupter normalerweise Immunität vor Strafverfolgung. Maduro wird von den USA aber nicht mehr als Venezuelas legitimes Staatsoberhaupt anerkannt. Stattdessen haben sie sich auf die Seite des selbsterklärten Übergangspräsidenten Juan Guaidó gestellt, der sich mit Maduro einen Machtkampf liefert. 60 Staaten haben Guaidó anerkannt.

Ermittlungen gegen Maduro laufen schon seit mehr als zehn Jahren

Guaidó kann sich in Venezuela bislang aber nicht durchsetzen. Als er sich im Januar vergangenen Jahres selbst zum Übergangspräsidenten erklärt hatte, mobilisierte er noch die Massen. In den vergangenen Monaten hat der Zulauf jedoch abgenommen. Maduro sitzt trotz verstärkter US-Sanktionen weiter fest im Sattel. Nach der Anklage gegen Maduro gab die venezolanische Regierung außerdem bekannt, Ermittlungen gegen Guaidó wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs einzuleiten.

Die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in den USA gegen Maduro laufen schon seit mindestens zehn Jahren, wie Barr sagte. Das US-Finanzministerium hat bereits eine Reihe von Sanktionen gegen Maduro und sein Umfeld verhängt. Zudem setzte der US-Justizminister Kopfgelder von jeweils 10 Millionen Dollar auf den Vorsitzenden der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, den früheren Chef des Militärgeheimdienstes, Hugo Carvajal, und Industrieminister Tareck El Aissami aus.

Venezuela gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Zahlreiche Militärs und Politiker sollen in kriminelle Geschäfte wie illegalen Bergbau und Drogenhandel verwickelt sein.

© dpa/ap/swi
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