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"Lieber Diktator sein als schwul":Bundesregierung verurteilt Lukaschenkos Attacke auf Westerwelle

Die schwarz-gelbe Regierung wendet sich entschieden gegen abfällige Äußerungen des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko über Außenminister Westerwelle. Der Geschmähte selbst reagiert gelassen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat gelassen auf eine abschätzige Bemerkung des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zu seiner Homosexualität reagiert.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko (r) bei einem Treffen Ende 2011 in Minsk

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko (r) bei einem Treffen Ende 2011 in Minsk

(Foto: dpa)

Zu Lukaschenkos Spruch "Lieber Diktator sein als schwul", sagte Westerwelle: "Diese Äußerung richtet sich selbst. Ich werde auch nach diesen Äußerungen keinen Millimeter von meinem Engagement abrücken für Menschenrechte und Demokratie in Weißrussland."

Der FDP-Politiker hatte Lukaschenko vergangene Woche erstmals öffentlich als "letzten Diktator Europas" bezeichnet. Bislang war dies nur die Wortwahl von Menschenrechtsgruppen. Daraufhin setzte sich der autoritär herrschende Staatschef am Wochenende zur Wehr.

Zuvor schon hatte Lukaschenko Homosexuelle mehrmals als "abartig" beschimpft. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, wies die Äußerungen entschieden zurück. Zudem betonte er, dass sich Lukaschenko nunmehr auch selbst als "Diktator" bezeichne. Lukaschenkos Äußerung zeige außerdem sehr deutlich die Haltung, so Seibert weiter, "die der weißrussische Präsident zu den Grundrechten einnimmt".

Lukaschenko hat Proteste der Opposition gewaltsam niederschlagen lassen. Zudem haben Gerichte Gegner der Regierung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Westerwelle hatte die Urteile als politisch motiviert bewertet. Lukaschenkos Wahl vor über einem Jahr war international wegen Wahlbetrugs nicht anerkannt worden.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/mkoh/odg

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