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Landtag - Erfurt:Windkraftgegner bei Wahlkampf mit Grünen-Chef Habeck

Erfurt (dpa/th) - Thüringer Windkraftgegner haben bei einer Wahlkampfaktion mit Grünen-Chef Robert Habeck gegen neue Windräder in der Rhön im Dreiländereck mit Bayern und Hessen protestiert. Vertreter einer Bürgerinitiative aus 15 Orten der Rhön erklärten am Mittwochabend in Erfurt, in der Region solle ein ganzes Waldstück für etwa zwei Dutzend Windkraftanlagen verschwinden. "Es ist Wahnsinn, Wald zu roden für Windenergie", sagte ihr Sprecher. Windräder im Wald sind seit Jahren in Thüringen umstritten. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) will sie ermöglichen.

Habeck warb bei den Kritikern um Verständnis. "Es wäre falsch zu sagen, erneuerbare Energien sind in jeder Beziehung super." Sie seien mit Eingriffen in die Landschaft verbunden und lösten damit zwangsläufig Konflikte aus, so Habeck. Es lohne sich aber, diese Konflikte auszuhalten, weil die erneuerbaren Energien den konventionellen Strom- und Wärmequellen überlegen seien.

Siegesmund verwies darauf, dass sich von den derzeit rund 840 Windrädern in Thüringen nur zwei im Wald drehten. Regionale Planungsgemeinschaften würden über die Standorte entscheiden.

Habeck bescheinigte den Thüringer Grünen mit der Regierungsbeteiligung seit 2014 einen großen Erfolg - obwohl es ein kleiner Landesverband in einem für die Grünen schwierigen Bundesland sei. Ziel bei der Landtagswahl am 27. Oktober sei, weiter an einer progressiven Regierung beteiligt zu sein. Es gehe um Klimaschutz, eine offene Gesellschaft und den Kampf gegen Rassismus, "der von der AfD in diesem Land gepredigt wird".