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Kurz und Strache:Das ist Österreichs neue Regierung

Die rechtskonservative Koalition wurde unter Protesten in Wien vereidigt - Sebastian Kurz ist neuer Kanzler. In seinem Kabinett sind mehrere umstrittene Figuren.

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Quelle: AFP

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Österreichs neue Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten ist im Amt. Die europakritische und islamfeindliche FPÖ besetzt in der neuen Koalition gleich sechs Ministerien - darunter Schlüsselressorts wie das Innen- und Außenministerium.

Vereidigung von Österreichs neuer Regierung

Quelle: dpa

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Präsident Alexander Van der Bellen mahnt bei der Vereidigung in einer mehrminütigen Rede die Koalition zu einer verantwortungsvollen Politik gerade auch gegenüber Minderheiten. "Am Umgang mit den Schwächsten zeigt sich, was unsere Werte wirklich wert sind." Eine Auswahl wichtiger Köpfe der neuen österreichischen Regierung:

Sebastian Kurz Inaugurated As Austria's Chancellor After Agreeing Freedom Party Backed Coalition

Quelle: Bloomberg

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Jüngster Regierungschef Europas

Der neue Kanzler wird Sebastian Kurz. Der 31-jährige Konservative ist damit der jüngste Regierungschef Europas. Zuvor war der ÖVP-Chef Europas jüngster Außenminister. Seine Volkspartei ist bereits 31 Jahre lang ununterbrochen in der Regierung vertreten.

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Von der rechtsextremen Szene zum Vizekanzler

Mit dem 48-jährigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wird ein Mann Vizekanzler, der Ende der 80er Jahre in der Neonazi-Szene unterwegs war (eine ausführliche Recherche dazu lesen Sie hier). Vor seiner politischen Laufbahn war Strache Zahntechniker. Er führt die Rechtspopulisten seit 2005.

Sebastian Kurz Inaugurated As Austria's Chancellor After Agreeing Freedom Party Backed Coalition

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"Straches Hirn"

Zum ersten Mal in der Geschichte Österreichs wird mit Herbert Kickl ein FPÖ-Politiker Innenminister und damit Chef von 30 000 Polizisten und dem Verfassungsschutz.

Kickl ist ein Urgestein der FPÖ, von Parteikennern wird er auch gerne als "Straches Hirn" bezeichnet. Seit 20 Jahren entwirft der 49-Jährige Strategien für die Partei, auch für Straches umstrittenen Vorgänger Jörg Haider schrieb er Reden. Für einige rassistische FPÖ-Slogans war er ebenfalls verantwortlich. Durch Kickl hat die FPÖ aber auch den Imagewandel hin zur "sozialen Heimatpartei" geschafft.

Sebastian Kurz Inaugurated As Austria's Chancellor After Agreeing Freedom Party Backed Coalition

Quelle: Bloomberg

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Auch Verteidigung bei der FPÖ

Auch der Verteidigungsminister kommt mit Rechtsaußen-Politiker Mario Kunasek aus der FPÖ. Er soll Kontakte zu rechtsextremen Bewegungen wie den "Identitären" unterhalten.

Austrian president van der Bellen and new  infrastructure minister Norbert Hofer sign contracts during the swearing-in ceremony of the new government in Vienna

Quelle: REUTERS

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Bekannter Gegenspieler Van der Bellens

Vergangenes Jahr waren sie noch Konkurrenten: Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen kämpften beide um das Amt des Bundespräsidenten. Hofer verlor knapp - nun wird er von Van der Bellen zum Verkehrsminister ernannt.

Der 46-jährige gelernte Flugzeugingenieur präsentiert sich als das freundliche und gemäßigte Gesicht der rechtspopulistischen Partei - doch dahinter verbirgt sich ein knallharter Ideologe.

New Austrian foreign minister Kneissl and new finance minister Loeger react prior to the swearing-in ceremony of the new government

Quelle: REUTERS

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Außenministerin auf FPÖ-Ticket

Mit Karin Kneissl wird zwar keine FPÖ-Politikerin Außenministerin - aber sie soll den Rechtspopulisten nahestehen und wurde von Strache nominiert. Die Nahostexpertin Kneissl ist Karrierediplomatin und mit ihrer ablehnenden Haltung zu Einwanderung und ihrer Kritik an der EU ganz auf Parteilinie. Nach dem Referendum zum EU-Austritt Großbritanniens nannte sie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker "rüpelhaft" und "arrogant". Neben ihr der neue ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger. Der Versicherungschef kommt als politischer Quereinsteiger in die Regierung.

Vereidigung von Österreichs neuer Regierung

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Das Staatsoberhaupt, einst Grünen-Chef, hatte in vielen Gesprächen mit Kurz und Strache durchaus Einfluss auf das Regierungsprogramm genommen. So soll er weitaus umstrittenere FPÖ-Politiker als Minister verhindert haben.

Demonstration in Wien

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Die Zeremonie in der Hofburg - dem Amtssitz des Bundespräsidenten - war begleitet von Demonstrationen. Etwa 6000 Menschen protestierten gegen die neue Regierung. Sie hielten Schilder mit Aufschriften wie "Flüchtlinge willkommen", "Nazis raus" und "Keine Nazi-Schweine" in die Höhe.

© SZ.de/dpa/lalse/jsa
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