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Kritik am Wahlkampf:Trittin weist Fischer in die Schranken

Joschka Fischer - Jürgen Trittin

Zwei Alphamännchen im Clinch: Joschka Fischer (l) und Jürgen Trittin.

(Foto: dpa)

Harte Worte fand Joschka Fischer nach der Wahl für die Parteiführung der Grünen. Nun schießt Spitzenkandidat Jürgen Trittin zurück und wirft dem früheren Außenminister vor, kein Experte für die Grünen mehr zu sein.

Die Beziehung ist kompliziert zwischen Joschka Fischer und seiner Partei, den Grünen. Das Verhältnis des ehemaligen grünen Spitzenpolitikers zur Parteibasis ebenso wie zur bisherigen Führungsriege gilt als angespannt, so angespannt, dass die Distanz in den vergangenen Monaten noch größer geworden ist.

Und so hatte sich Fischer auch aus dem Bundestagswahlkampf herausgehalten. Nach der Wahl aber kam die Abrechnung: Sowohl im Spiegel als auch in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung kritisierte der frühere Außenminister und langjährige Fraktionschef die Grünen-Führung und deren Wahlkampftaktik und wählte harte Worte, um die Niederlage bei der Wahl zu erklären.

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Die Kanzlerin hat triumphal gewonnen - auch, weil SPD und Grüne die Quittung für ihre grottenschlechte Arbeit bekommen haben. Statt die großen Schwächen der Regierung aufzugreifen, haben sie sich links gegenseitig Stimmen weggenommen und die politische Mitte preisgegeben. Jene Mitte, die Gerhard Schröder zweimal die Mehrheit gesichert hat.   Ein Gastbeitrag von Joschka Fischer

SPD und Grüne hätten sich gegenseitig "kannibalisiert" und im Wahlkampf leichtfertig die Mitte geräumt, "die Gerhard Schröder zweimal die Mehrheit gebracht hatte". Der Linkskurs der Grünen habe viele Wähler vergrault, sagte Fischer. Die Politiker an der Spitze der Partei seien zwar älter geworden, aber "immer noch nicht erwachsen". Mit ihrer Ausrichtung auf Steuerthemen seien die Grünen "in der Konkurrenz zu SPD und Linken gnadenlos untergegangen". Seine Kritik galt insbesondere auch dem Grünen-Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl, Jürgen Trittin.

Der wehrt sich nun gegen Fischers Kritik am Wahlkampf und weist sie scharf zurück. "Ich gebe mehr auf die 3,7 Millionen Menschen, die uns gewählt haben, als auf diese eine Stimme von Herrn Fischer", sagte Trittin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Und übte seinerseits Kritik: "Man muss sich allerlei naseweises Zeug anhören, wenn man eine Wahl verliert. Den halten wir jetzt auch noch aus." Fischer habe sich jahrelang nicht konstruktiv zu den Grünen geäußert. "Ich meine, um sein Schweigen zu brechen, hätte er einen klügeren Gedanken wählen sollen."

Die Distanz, die sich in der Vergangenheit zwischen Fischer und den Grünen aufgebaut hat, ist für Trittin inzwischen offenbar so groß, dass sie Fischers Kritik disqualifiziert. Der stehe laut Trittin der Partei so fern, dass seine Aussage nicht mehr "als Expertenmeinung" betrachtet werden könne.

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