Nigeria Anführer der Terrorsekte Boko Haram verhaftet

Seit Jahren versetzen die Extremisten der Boko Haram die Nigerianer in Angst und Schrecken. Die Regierung hat der Sekte den Kampf angesagt. Jetzt tragen die Bemühungen Früchte: Einer der Anführer wurde gestellt.

Schwerer Schlag für die radikalislamische Sekte Boko Haram in Nigeria: Sicherheitskräfte haben im Norden des Landes einen ihrer wichtigsten Anführer gefasst. Mohammed Zangina, ein Mitglied des leitenden Schura-Rates, sei am Sonntag in der Stadt Maiduguri gefasst worden, berichtete die nigerianische Nachrichtenagentur NAN.

Zangina soll für zahlreiche Selbstmord- und Bombenanschläge der Gruppe im Norden und Zentrum des westafrikanischen Landes verantwortlich sein, darunter in der Hauptstadt Abuja sowie in Kaduna und Kano. "Er war in Maiduguri, um mehrere tödliche Attacken auf Zivilisten und Sicherheitspersonal zu planen", erklärte Sagir Musa, ein Sprecher der für die Terrorabwehr gebildeten Taskforce.

Ein weiteres Mitglied der Boko Haram, die für einen islamischen Gottesstaat im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpft, wurde offenbar in der Hauptstadt Abuja festgenommen. Hassan Pagi Bukar werde derzeit verhört und habe bereits gestanden, für den Diebstahl zahlreicher Autos verantwortlich zu sein, mit denen Selbstmordanschläge verübt wurden, berichtete die Zeitung Vanguard.

Die Sekte hat bei zahlreichen Anschlägen unter anderem auf christliche Kirchen und auf Polizeistationen seit 2010 rund 1400 Menschen getötet. Der Name Boko Haram bedeutet in der örtlichen Hausa-Sprache so viel wie "westliche Bildung verboten". Eine der schlimmsten Aktionen war die Anschlagserie auf christliche Kirchen am ersten Weihnachtstag 2011, bei der fast 40 Menschen ums Leben kamen.