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Krieger aus dem Kaukasus:Zur Beerdigung in die Heimat

Mit einem langen Kühllastwagen wurden allein nach diesem Kampf die Leichen von bis zu 45 Tschetschenen aus Donezk zur Beerdigung in ihre Heimat gebracht, berichten in Grosnij Einheimische dem Fachdienst Kawkaskij Uzel (Kaukasischer Knoten).

Seitdem sind freilich offenbar noch mehr Tschetschenen und andere russische Einheiten in die Ostukraine gekommen. In Donezk berichtete ein Unterhändler mit Kontakten zu den Rebellen der SZ Mitte Juli über mindestens 70 Tschetschenen in einer einzigen Rebelleneinheit.

"In der ganzen Stadt Tschetschenen"

In der Nachbarstadt Makeewka tauchten tschetschenische Kämpfer in größerer Zahl "zum ersten Mal erst im Juni auf", berichtet die Einwohnerin Wika Sadoraschnju. Und auch im 100 Kilometer entfernten Slawjansk bestätigen etliche Einwohner, dass bis zur Rückeroberung der Stadt durch die ukrainische Armee am 5. Juli "in der ganzen Stadt Tschetschenen" unter den Separatisten kämpften.

Kreml-Propagandisten verbrämen den Einsatz russischer "Freiwilliger" in der Ukraine als patriotischen Kampf gegen angeblichen Faschismus. Tatsächlich folgt das Vorgehen der sowjetischen, dann auch in Russland gepflegten Tradition maskierter Stellvertreterkriege, von Abchasien und Transnistrien bis zu Georgien.

Wie man einen blühenden Staat in Chaos verwandelt

Russlands Generalstabschef Walerij Gerasimow erläuterte die modernisierte Variante des verdeckten Krieges Ende Februar 2013 im Fachblatt Militärisch-Industrieller Kurier: Durch politischen und wirtschaftlichen Druck, massive Propaganda, das Aufstacheln von Protesten der einheimischen Bevölkerung sowie "verdeckte Militärmittel" und Spezialeinheiten könne selbst "ein blühender Staat innerhalb von Monaten oder selbst Tagen in eine Arena erbitterten bewaffneten Konflikts verwandelt werden, Opfer fremder Intervention werden und in ein Netz von Chaos, humanitärer Katastrophe und Bürgerkrieg sinken".

Einige Monate später trat auf einer dem "verdeckten Krieg" gewidmeten Veranstaltung in Moskau der Geheimdienstoberst Igor Girkin (Kampfname "Strelkow") auf. Girkin, von der EU und Washington als aktiver Offizier der Spionage- und Sabotageabteilung des russischen Generalstabes identifiziert, hat das Oberkommando über die Rebellen - und über die aus Tschetschenien angereisten Kämpfer.

Ukraine im Umbruch Der Mann hinter der Schreckensherrschaft
Igor Strelkow, Kommandeur in der Ostukraine

Der Mann hinter der Schreckensherrschaft

Sein Erfolgskonzept ist "das rechtzeitige Ausschalten einiger Anführer des Gegners bewusst auch außerhalb legaler Methoden": Oberst Igor Strelkow war schon im Februar auf der Krim, derzeit kommandiert er die Separatisten in der Ostukraine. Wer ist der Mann?   Von Florian Hassel