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Kommunen - Magdeburg:Magdeburg: Polizei und Ordnungsamt bilden gemeinsame Wache

Deutschland
Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archiv (Foto: dpa)

Magdeburg (dpa/sa) - In Magdeburg bilden Ordnungsamt und Polizei künftig eine gemeinsame Stadtwache. Die Einheit der Ordnungshüter soll am 1. April offiziell ihre Arbeit aufnehmen, wie Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und der Leiter des Polizeireviers, Marco Weigelt, am Freitag sagten. Damit bauen die beiden Behörden ihre Zusammenarbeit aus. Bereits in den vergangenen Monaten gab es mitunter gemeinsame Streifen, etwa über den Weihnachtsmarkt oder am zentralen Kneipenviertel am Hasselbachplatz.

Künftig soll es diese Streifen mit je zwei Polizisten und zwei Beschäftigten des Ordnungsamts dauerhaft geben und sie sollen im kompletten Stadtgebiet unterwegs sein. Dabei geht es sowohl um stärkeren Einbruchsschutz, aber auch um mehr Verkehrssicherheit, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung hieß. So sollen die gemeinsamen Streifen etwa auch gegen Parksünder auf Fuß- und Fahrradwegen vorgehen. Zudem gehe es darum, an Orten mit erhöhtem Konfliktpotenzial Präsenz zu zeigen.

Die Einrichtung einer Stadtwache wurde jahrelang diskutiert und immer wieder gefordert. Anlass war etwa ein Vorfall im Sommer 2017, als aus einer etwa 150-köpfigen Gruppe heraus die Polizei attackiert und 15 Beamte verletzt wurden. Der Angriff passierte am Hasselbachplatz, von dem immer wieder Probleme mit Wildpinklern, wegen Lärm und Schlägereien gemeldet werden. Aus diesem Grund bildeten Ordnungsamt und Polizei schon vorigen Sommer eine gemeinsame Streife, um freitags und samstags bis in die Nacht in der Innenstadt unterwegs zu sein. Seither habe es deutlich weniger Gewaltstraftaten auf der Straße gegeben, sagte Weigelt. Das Ordnungsamt konnte im gleichen Zeitraum deutlich mehr Verstöße - wie Wildpinkeln - ahnden, hieß es.

Die gemeinsamen Streifen seien aber nur ein Baustein der "einzigartigen Zusammenarbeit", sagte Revierleiter Weigelt. Dank intensiven Austauschs solle es auch gelingen, Entwicklungen frühzeitiger zu erkennen. Am Freitag unterzeichneten Stadtchef und Revierleiter eine Kooperationsvereinbarung.

Trümper sprach von einem "Zwischenschritt". Zunächst arbeiteten beide Behörden noch in ihren jeweils eigenen Strukturen, arbeiteten aber enger zusammen. Ab kommendem Jahr soll es am Rathaus auch gemeinsame Räumlichkeiten unter dem Namen Stadtwache geben. Das Vorhaben ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Die Stadt Magdeburg stockte dafür deutlich Personal auf. Laut Trümper wurden 24 zusätzliche Stellen geschaffen, um die Schichten abzudecken. Das Polizeirevier bestückt die Stadtwache laut Weigelt aus dem bestehenden Personal.

"Die Stadtwache ist ein Gewinn für alle", so Weigelt. Die Polizei werde davon entlastet, für Ordnungsamtsaufgaben wie abendliche Ruhestörung einzuspringen. Die Beschäftigten des Ordnungsamts könnten bei den Streifen auf die größeren Befugnisse der Polizisten zählen. "Und am meisten gewinnt der Bürger", so der Revierleiter.

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