Klassische Musik:"Was für ein geiler, geiler erster Takt"

Lesezeit: 10 min

Igor Levit

Mit vier gab er sein erstes Solo-Konzert, bald danach wusste Igor Levit: Es gibt nur Erfolg oder gar nichts.

(Foto: Regina Schmeken)

Dass Igor Levit ein großartiger Pianist ist, wissen längst nicht nur Klassikfans. Das liegt unter anderem daran, dass er auch die sozialen Medien mit Furor bespielt.

Von Evelyn Roll

Mahler ist tot. Und damit ist klar, dass dies hier keine normale Geschichte werden kann. Igor Levit sitzt am Flügel auf der Bühne des absurd mit goldenem und karmesinrotem Barock-Prunk überladenen Ordenssaals im Ludwigsburger Residenzschloss. In sich zusammengesackt verloren sitzt er da, grabkalte Hände, das Gesicht weiß wie Papier und unrasiert. Die Probe ist zu Ende. Das Konzert wurde nicht abgesagt. Igor Levit spielt jetzt "Für Elise", leise und zart, wie ein letzter Atem, ganz in sich hinein, jeder Ton, als wäre er zum ersten Mal gedacht und gespielt.

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