bedeckt München 27°

Kindesmissbrauch:CSU: Urteil soll lebenslang im Führungszeugnis bleiben

Missbrauchsfall Staufen - Prozess gegen Vergewaltiger

Angeklagter in einem Fall von Kindesmissbrauch: Im Führungszeugnis soll das Urteil lebenslang stehen.

(Foto: dpa)

Verurteilungen wegen Kindesmissbrauchs werden bisher nach zehn Jahren aus dem polizeilichen Führungszeugnis gelöscht. Das will die CSU im Bundestag jetzt ändern.

Die CSU will erreichen, dass wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Straftäter ihr ganzes Leben lang keinen beruflichen oder ehrenamtlichen Umgang mit Kindern mehr haben dürfen. Es müsse dafür gesorgt werden, dass ein solches Urteil "dauerhaft, lebenslang in das erweiterte Führungszeugnis eingetragen wird. Und nicht nur begrenzt auf zehn Jahre", sagte der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wer sich an den Schwächsten unserer Gesellschaft vergeht, der darf auch nie wieder beruflich oder ehrenamtlich Umgang mit Kindern haben."

"Es ist gut, dass die Justizministerin ihren Widerstand aufgegeben hat, das Strafmaß bei Kindesmissbrauch deutlich zu verschärfen", sagte Dobrindt. Es sei auch "richtig, dass wir endlich zu einer Einstufung als Verbrechen kommen und nicht mehr als Vergehen". Die CSU wolle aber über diese Vorschläge von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hinausgehen. "Wir sehen noch Nachbesserungsbedarf zum Beispiel bei der Frage, wie lange ist dann ein Verurteilter wegen Kindesmissbrauchs auch im Führungszeugnis zu identifizieren", sagte der CSU-Politiker.

Dobrindt will, dass der Gesetzentwurf zum stärkeren Kinderschutz und zur Verschärfung des Strafmaßes gegen Kindesmissbrauch "in diesem Jahr noch im Gesetzblatt wirksam" wird. Lambrecht will sexuellen Missbrauch an Kindern grundsätzlich mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr belegen und damit auch grundsätzlich zum Verbrechen hochstufen; sie plant das ebenfalls für den Besitz von Kinderpornografie.

© SZ/dpa/kler
kletternetz,schattenbild *** climbing net,shadow l0d-g6u

Meinung
Kindesmissbrauch
:Nur intensive Prävention verhindert Taten

Pädophilie ist nicht heilbar. Daher müssen auch therapierte Täter lange überwacht werden und Informationen zwischen Behörden besser weitergegeben werden - zum Schutz der Kinder.

Kommentar von Kerstin Lottritz

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite