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Sea-Watch:Carola Rackete verlässt Italien

  • Carola Rackete ist offenbar auf dem Weg nach Deutschland.
  • Bereits am Donnerstag hatte ihr Anwalt angekündigt, die Kapitänin der Sea-Watch 3 werde nun "etwas anderes" machen.

Die deutsche Kapitänin Carola Rackete hat Italien nach Angaben von Sea-Watch verlassen. Eine Sprecherin der Hilfsorganisation sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei unklar, ob Rackete nach Deutschland aufgebrochen sei oder woanders hin.

Die 31-jährige Rackete, die in Hambühren im Landkreis Celle aufwuchs, war mit dem Schiff Sea-Watch 3 mit 47 Migranten an Bord unerlaubt in italienische Gewässer und den Hafen von Lampedusa gefahren. Gegen sie wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt. Am Donnerstag hatte Rackete sich noch einmal den Fragen der Staatsanwaltschaft in Agrigent gestellt. Ob es zu einem Prozess kommt, soll nach Angaben der Behörden erst nach dem Sommer entschieden werden.

Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini erklärte am Freitag, er könne es nicht erwarten, "diese verwöhnte deutsche Kommunistin auszuweisen und sie nach Hause zu schicken". Rackete hat gegen Salvini wegen Beleidigungen im Netz eine Verleumdungsklage eingereicht.

Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass Rackete nicht mehr Teil der Crew der Sea-Watch 3 ist. Allerdings ist es üblich, die Besatzung einer Crew nach Ende eines Einsatzes teilweise oder komplett auszutauschen. Das Schiff sitzt derzeit in Sizilien fest und kann ohnehin nicht auslaufen. "Carola ist nicht mehr Mitglied der derzeitigen Besatzung der Sea-Watch, sie macht jetzt also etwas anderes", sagte ihr Anwalt Alessandro Gamberini am Donnerstag nach der Vernehmung Racketes durch die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent. "In ihrem Leben hat sie nicht nur die Kapitänin der Sea-Watch gemacht, sondern ganz viel anderes." Rackete hatte nach der Vernehmung selbst ihre baldige Rückkehr nach Deutschland angekündigt.

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