Neapel und die Mafia Patenkinder

Misstrauische Blicke: Eine Frau vor ihrem Obstladen in der Innenstadt von Neapel.

(Foto: Christopher Furlong/Getty Images)

Die Camorra terrorisiert wieder Neapel, und zwar mit neuer, unberechenbarer Gewalt. Schuld daran ist der Nachwuchs der Mafia-Bosse. Unterwegs in einer umkämpften Stadt.

Von Oliver Meiler

Genny war 17, als sie ihn töteten. Ein hübscher Junge mit blonden Haaren und sanften Gesichtszügen. Er wäre gerne Pizzaiolo geworden. In Neapel ist Pizzabäcker ein guter Plan B, wenn sonst nichts gelingt. Ein Ersatztraum.

Es war wohl kein gezielter Schuss, der ihn traf, keine Hinrichtung im klassischen Stil der Camorra, der örtlichen Mafia. Gennaro Cesarano, den alle nur Genny riefen, starb in einem Kugelhagel an einem Sonntagmorgen vor einem Monat, um 4.50 Uhr. Gleich vor der Kirche im ...