Israel Sieben Verletzte bei Raketenangriff in Zentralisrael

  • Eine Rakete hat um kurz nach fünf Uhr morgens ein Wohnhaus im Zentralraum von Israel getroffen.
  • Das israelische Militär macht Hamas für den Angriff verantwortlich und schickt Truppen an die Grenze zum Gazastreifen.
  • Israels Premierminister Netanjahu kürzt seinen Besuch bei US-Präsident Trump ab.
Von Alexandra Föderl-Schmid, Tel Aviv

Eine Rakete hat um kurz nach fünf Uhr in der Früh ein Wohnhaus im Zentralraum von Israel getroffen. Mindestens sieben Menschen, darunter zwei Kinder, sollen nach ersten Meldungen verletzt worden sein. Sie sollen Brandwunden haben und durch ein Schrapnell getroffen worden sein. Das ausgelöste Feuer in dem Haus in Mishmeret wurde gelöscht.

Zuvor waren Sirenen in zahlreichen Orten nördlich von Tel Aviv zu hören. Die israelische Armee bestätigte einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen. Mishmeret liegt etwa 80 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dieser Raketenbeschuss ist der weiteste auf israelisches Gebiet seit dem Ende des Gazakriegs 2014. Nur die im Gazastreifen herrschende Hamas und der Islamische Dschihad verfügen über Raketen mit einer solchen Reichweite.

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Das israelische Militär macht die Hamas für den Angriff verantwortlich. Dies geht aus dem Tweet eines Militärsprechers hervor. Israelische Medien berichteten, es würden Truppen zur Verstärkung an die Grenze zu dem Palästinensergebiet geschickt. Zwei zusätzliche Infanterie-Brigaden und Panzertruppen seien für den Einsatz mobilisiert worden.

Vor eineinhalb Wochen waren zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert worden, eine landete in Cholon. Damals hieß es, die Raketen seien irrtümlich gestartet worden - eine Version, die auch die israelische Armee übernahm, wenngleich sie die im Gazastreifen regierende Hamas dafür verantwortlich machte. Als Reaktion flog die israelische Armee etwa hundert Angriffe auf Ziele im Gazastreifen.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Auseinandersetzungen am Grenzzaun intensiviert. Diese Woche jähren sich die großen Protestaktionen vom Frühjahr 2018. Etwa 260 Palästinenser waren damals getötet, Tausende verletzt worden.

Am Sonntag hatte die israelische Armee mit Panzern einen Außenposten der Hamas beschossen, nachdem explosives Material über die Grenze geschossen worden war. In den vergangenen Tagen wurden Ballons, die vom Gazastreifen mit brennbarer Flüssigkeit über den Grenzzaun geschickt wurden, mit Angriffen aus der Luft oder mit Panzerbeschuss beantwortet.

Die Sicherheitslage ist ein zentrales Thema im Wahlkampf, am 9. April finden die Parlamentswahlen statt. Premierminister Benjamin Netanjahu, der auch das Amt des Verteidigungsministers ausübt, befindet sich derzeit in Washington, um an einem Treffen der jüdischen Organisation AIPAC teilzunehmen und US-Präsident Donald Trump zu treffen. Netanjahu kündigte nach dem Angriff an, seinen Besuch in den USA abzukürzen. "Es gab hier einen bösartigen Angriff auf den Staat Israel und wir werden mit Nachdruck reagieren", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.