bedeckt München 17°
vgwortpixel

Iran:Irans Außenminister warnt bei Angriff auf sein Land vor "umfassendem Krieg"

Außenminister Sarif: Iran will aus Teilen des Atom-Abkommens aussteigen

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif droht mit einem "umfassenden Krieg".

(Foto: dpa)
  • Irans Außenminister Sarif warnt vor einem Krieg, sollten Saudi-Arabien oder die USA sein Land in irgendeiner Form angreifen.
  • Ein etwaiger Schlag gegen die Islamische Republik werde zu einem "umfassenden Krieg" führen, sagt Sarif im US-Sender CNN.
  • Die USA und Saudi-Arabien machen Iran für die Angriffe auf saudische Ölanlagen verantwortlich.

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif warnt vor einer drastischen Eskalation des Konflikts mit Saudi-Arabien und den USA, sollte eines der beiden Länder Iran angreifen. Das Ergebnis eines Militärschlags gegen Iran wäre ein "umfassender Krieg", so Sarif gegenüber dem Sender CNN.

"Wir wollen keinen Krieg", erklärt er in einem etwa sechsminütigen Video, "wir glauben, dass eine auf Täuschung basierende Militärkonfrontation schrecklich wäre und viele Opfer fordern würde. Aber wir werden nicht einen Augenschlag zögern, unser Territorium zu verteidigen."

Die USA werfen Iran vor, hinter Drohnenangriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien zu stecken. Teheran weist dies zurück. Zu den Attacken bekannt haben sich die schiitischen Huthi-Rebellen in Jemen, die von Iran unterstützt werden. Saudi-Arabien ist in den Bürgerkrieg in Jemen verstrickt und führt eine Allianz arabischer Staaten an, die dort seit Jahren gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Der Krieg hat die derzeit schlimmste humanitäre Krise weltweit ausgelöst.

Sarif wiederholte, Iran stecke nicht hinter den Angriffen auf saudische Ölanlagen

US-Außenminister Mike Pompeo hat Iran direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht. Teheran weist die Beschuldigung zurück. Am Mittwochabend präsentierte das saudische Verteidigungsministerium Drohnenteile, die eine Beteiligung Irans belegen sollen. Ein Ministeriumssprecher sagte, trotz der iranischen Verschleierungsversuche seien die Attacken "unzweifelhaft" von Iran unterstützt worden. Außenminister Sarif wiederholte CNN gegenüber, dass sein Land nicht hinter den Angriffen stecke und Saudi-Arabien die Weltöffentlichkeit zu täuschen versuche. Außerdem sei Iran auch weiterhin bereit, sowohl mit Saudi-Arabien als auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sprechen, sagte Sarif. Mit den USA werde Iran nur dann verhandeln, wenn alle Sanktionen gegen sein Land aufgehoben worden seien.

Die Angriffe haben die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert. Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch die US-Regierung vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des "maximalen Drucks" dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen.

Politik USA Trumps Zickzackkurs

USA und Iran

Trumps Zickzackkurs

Mal droht er, dann zieht er zurück: In seiner Iran-Politik offenbart sich die Zerrissenheit des US-Präsidenten. Trump will stark erscheinen, aber einen teuren Krieg vermeiden.   Von Hubert Wetzel