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Holocaust-Überlebende Eva Erben:Es ist ihr wichtig

"Es ist nicht fair, den jungen Leuten ein Schuldgefühl zu geben": Eva Erben im Wohnzimmer der Familie Hruby in Postřekov, Tschechien.

(Foto: Evi Lemberger)

Als Kind ist sie der Hölle von Auschwitz entkommen. Dann emigrierte Eva Erben nach Israel, da war sie 19. Jetzt ist sie 87, und es zieht sie zurück in ihre Heimat Tschechien. Sie hat noch einiges zu tun.

Sie hat das Bild ihres Mannes zwischen die Halme eines Blumentopfes gesteckt, winterblasse Stängel auf der Anrichte, hier oben, in ihrem Zimmer unterm Dach. Peter Erben. Sie heiratete ihn vier Jahre nach dem Krieg. Augen hatte er, wie ein Sog. Da ist das Foto nur ein Abglanz. Er lächelt ihr zu, wenn sie aufwacht, in dieser kunstvoll geflickten Bettwäsche, Damast aus Tante Jahns Aussteuer. Er flüstert Eva Leises ins Ohr, wenn im Halbschlaf die Hähne in Postřekov krähen. Wispert ihr Zartes zu, während Honza unten im Hof beim Vieh zu rumoren beginnt und Liduška in der Dämmerung den Ofen anheizt, in die Gummischlappen fährt, den Hühnern die Eier wegholt, die Milch aufsetzt.

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