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Gesetzentwurf zur Quote:Frauen, macht euch unbeliebt!

Bundestag

Bundeskanzlerin Angela Merkel (re.) und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen im Bundestag. Im Hintergrund Familienministerin Kristina Schröder.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Union will die verbindliche Frauenquote in Unternehmen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben. Wieder beugen sich kluge Frauen wie Ursula von der Leyen dem Risiko, dass die Kanzlerin stürzen könnte. Das sollten sie endlich lassen.

Jetzt wird also wieder an die "Klugheit" der Frauen appelliert, was für Frauen bekanntlich immer heißt: stillgestanden! Frauen drängen sich nicht vor in Deutschland, schon klar, Frauen flechten und weben geduldig an ihren Karrieren, während Männer verdienen. Frauen sind auch nicht so unvernünftig, sich von feindlichen Kräften in einen sinnlosen Aufstand jagen zu lassen wie den um die Frauenquote in Aufsichtsräten.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wollte die feste Quote, eigentlich, Angela Merkel wollte sie nicht, weshalb CSU-Frontfrau Gerda Hasselfeldt die "Klugheit" der Unionsfrauen beschwor, nicht die Koalition zu riskieren für so einen Unfug. Sie wurde erhört.

Der beste Feind der klugen Frau, das ist doch immer noch die kluge Frau. Wenn der Bundestag am Donnerstag über einen Gesetzesvorschlag zur verbindlichen Frauenquote in Unternehmen abstimmt, dürfte der Aufstand der Unionistinnen ausfallen, mal wieder. Die CDU-Frauen haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Statt Quote ja oder Quote nein heißt es jetzt: Quote später. Von 2020 an will die Union 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten sitzen haben. Echt? Geht's nicht noch etwas später?

2020 wird Angela Merkel 65 Jahre alt sein und mutmaßlich nicht mehr Kanzlerin. Ursula von der Leyen hat sie bis dahin entweder beerbt oder ist als Mata Hari der Frauenbewegung in die Geschichtsbücher eingegangen. Als eine, die vorgab, eine andere zu sein, und am Ende kläglich scheiterte.

Immer wieder hat die Ministerin und siebenfache Mutter von der Leyen in ihrer Partei postuliert, dass Deutschland seine Frauen befördern muss, wenn es kostbare Bildungsressourcen nicht länger verschleudern und bei der Gleichberechtigung zu modernen Industrienationen aufschließen will. Die Ministerin kämpfte auch gegen das Betreuungsgeld, weil es Frauen vom Arbeitsmarkt fernhält - und knickte ein, mit den übrigen Hasenfüßinnen der Union, zu denen auch die Kanzlerin gehört.

Nun also der nächste Zwergenaufstand, der abgesagt wird, noch bevor er beginnt: Die Frauenquote in Unternehmen wird auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben. Wieder beugen sich die Von der Leyens der erpresserischen Logik, dass die Regierung zerbricht und ihre Kanzlerin stürzt, wenn Frauen in der Union für Frauen aufstehen. Sie sollten es einfach lassen. Oder sich endlich von der Vorstellung verabschieden, dass Frauen nur Fair Play spielen und höflich abwarten müssen, bis die Herren Aufsichtsräte oder Parlamentarier für sie beiseiterücken. Sie werden es nicht tun, nicht freiwillig, das haben sechs westdeutsche Nachkriegsjahrzehnte bewiesen.

Frauen, die daran etwas ändern wollen, müssen die Machtprobe wagen, sich nach Kräften unbeliebt machen unter Kollegen und karrieregefährdende Blessuren riskieren. Sind sie dazu nicht bereit und schonen sich, weil sie noch Größeres vorhaben wie Ursula von der Leyen, dienen sie nur als Feigenblatt für Firmen und Parteien, die Frauen an der Spitze nur in Ausnahmefällen ertragen. Angela Merkel ist so ein Ausnahmefall. Und sie sorgt dafür, dass das so bleibt.