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Gefecht in Afghanistan:Getöteter Deutscher war KSK-Soldat

Bundeswehr in Afghanistan

Bundeswehrsoldaten steigen in Transall-Transportmaschine

(Foto: dpa)

Der in Afghanistan ums Leben gekommene Bundeswehr-Soldat war Mitglied der Elitetruppe "Kommando Spezialkräfte". Es ist der erste Tote der Armee am Hindukusch seit fast zwei Jahren. An der Strategie der Bundeswehr werde der Tod nichts ändern, sagt Verteidigungsminister de Maizière.

Der in Afghanistan getötete Bundeswehrsoldat gehörte der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte an. "Es ist der erste KSK-Soldat, der in Afghanistan gefallen ist", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière.

Er zeigte sich erschüttert über den Tod des Soldaten. "Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht. Sie erschüttert uns alle", sagte der Minister. Die Bundeswehr und ganz Deutschland trauerten um den gefallenen Soldaten. "Ich bin unendlich traurig", sagte de Maizière.

Erstmals seit fast zwei Jahren ist mit dem KSK-Soldaten wieder ein deutscher Militär in Afghanistan getötet worden. "Am 4. Mai 2013 gegen 11.43 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit haben deutsche Spezialkräfte eine afghanische Operation im Raum nördlich OP-North begleitet und unterstützt. Dabei eröffneten Aufständische das Feuer auf die afghanischen und ISAF-Kräfte. Es wurde Luftnahunterstützung eingesetzt", schreibt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite.

Bei der Operation seien die Soldaten unter Beschuss geraten. Der Deutsche sei dabei getötet, ein weiterer verwundet worden. Zu Verlusten auf Seiten der afghanischen Kräfte liegen noch keine abschließenden Informationen vor. Die Bundeswehr vermutet jedoch, dass mehrere Aufständische getötet wurden.

Taliban hatten Frühjahrsoffensive angekündigt

Schon in der Nacht hatte die Isaf teilte mitgeteilt, ein Soldat sei im Einsatzgebiet der deutschen Streitkräfte bei einem Angriff Aufständischer getötet worden. Jedoch wurde die Nationalität noch geheim gehalten.

Die Bundeswehr, die vor wenigen Tagen erstmals seit längerem ebenfalls wieder Ziel eines Sprengstoffanschlags in Afghanistan geworden war, ist seit einiger Zeit dabei, Truppen und Material abzuziehen und Camps zu schließen. Bis Ende 2014 will die Nato den Kampfeinsatz in Afghanistan beenden. Zuletzt war am 2. Juni 2011 ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben gekommen

Für die internationalen Einsatzkräfte in Afghanistan geht damit eine Woche mit vielen Todesopfern zu Ende. Die Angriffe zeigen, wie gefährlich die Lage vor Ort immer noch ist. Die Taliban hatten vor wenigen Tagen den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet. Ziele sollten vor allem ausländische Militärstützpunkte und Diplomatenviertel sein.

So starben am Samstag sieben US-Soldaten bei zwei verschiedenen Angriffen. Früher in der Woche fielen britische Soldaten.

Der Angriff werde an der Strategie der Bundeswehr in Afghanistanjedoch nichts ändern, betonte de Maizière. "Der Weg bleibt richtig", sagte er. Das gelte auch für die geplante Truppenpräsenz nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014. "Wir lassen das afghanische Volk nicht im Stich", betonte der Minister.