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Frankreich:Greenpeace-Aktivisten besetzen AKW Fessenheim

Mehr als 60 Greenpeace-Aktivisten protestieren am französischen Akw Fessenheim gegen überalterte Reaktoren.

(Foto: AFP)

"Gefahr durch alternde Atomkraftwerke in Europa": Mehr als 60 Greenpeace-Aktivisten sind in das französische Atomkraftwerk Fessenheim eingedrungen. Das AKW steht immer wieder wegen technischer Pannen in den Schlagzeilen.

Mehrere Dutzend Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind auf das Gelände des französischen Atomkraftwerks Fessenheim am Oberrhein vorgedrungen, um auf die Gefahren durch alte Atomanlagen in Europa hinzuweisen. Wie das Pariser Innenministerium am Dienstag mitteilte, wurden etwa 20 Demonstranten festgenommen. Etwa ebenso viele befänden sich noch auf dem Gelände, sagte ein Sprecher.

Eine Gruppe von Aktivisten kletterte gegen acht Uhr morgens auf die Betonkuppel eines der beiden Reaktoren und brachte dort ein Transparent mit der englischen Aufschrift "Stop Risking Europe" an. Das direkt an der Grenze zu Deutschland gelegene AKW Fessenheim ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs und immer wieder wegen technischer Pannen in den Schlagzeilen. Mit der Aktion solle auf die "Gefahr durch alternde Atomkraftwerke in Europa" aufmerksam gemacht werden, teilte Greenpeace mit.

Der Umweltschutzorganisation zufolge war es den Aktivisten aus Frankreich, Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern gelungen, gegen 5.30 Uhr auf das Gelände des am Rheinkanal gelegenen Atommeilers vorzudringen. Insgesamt hätten an der Protestaktion etwa 40 Aktivisten teilgenommen, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Sie seien "sofort entdeckt und als Umwelt-Aktivisten erkannt worden". Die "reine Medienaktion" habe die Sicherheit der Anlage zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Fessenheim liege nur einen Kilometer westlich der deutsch-französischen Grenze, betonte Susanne Neubronner von Greenpeace Deutschland. Ein schwerer Reaktorunfall dort könnte auch "weite Teile Deutschlands für Jahrzehnte unbewohnbar machen". Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins fordern seit Jahren die Stilllegung des AKW. Sie verweisen auf das hohe Erdbebenrisiko im Rheingraben. Nach Ansicht der Atomkraftgegner könnte bei einem Beben der Damm des Rheinkanals brechen und das Akw überschwemmt werden.

Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren von Fessenheim wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk ist einer von 19 Standorten mit 58 Atomreaktoren in Frankreich. Der sozialistische Präsident François Hollande hat die Stilllegung des Meilers bis Ende 2016 versprochen. Außerdem soll bis 2025 der Anteil der Atomenergie von 75 auf 50 Prozent reduziert werden.

© SZ.de/AFP/dpa/schä/mane

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