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Flüchtlinge - Mainz:Immer weniger Flüchtlinge treffen in Rheinland-Pfalz ein

Mainz (dpa/lrs) - In Rheinland-Pfalz kommen immer weniger Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung oder Hunger an: Die Zahl der neu in Rheinland-Pfalz aufgenommenen Flüchtlinge ging in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 2927 zurück, wie aus einer statistischen Übersicht des Integrationsministeriums in Mainz hervorgeht. Das waren 18,6 Prozent weniger, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres über das EASY-System für die Erstverteilung von Asylsuchenden dem Land zugewiesen wurden.

Allein im Juni trafen noch 360 Geflüchtete in Rheinland-Pfalz ein. Das ist der niedrigste Stand seit März 2013. Der Höchststand wurde im November 2015 mit 10 216 erreicht.

Die Gesamtzahl der Menschen, die auf der Suche nach Asyl in Rheinland-Pfalz leben, stieg im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag um 5,2 Prozent auf 81 185. Bundesweit gab es eine Zunahme um 6,0 Prozent auf 1,78 Millionen. In Rheinland-Pfalz haben Schutzsuchende einen Anteil von 16,9 Prozent der ausländischen Staatsbürger. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 2,0 Prozent. Drei Viertel (76,1 Prozent) der in Rheinland-Pfalz lebenden Flüchtlinge haben einen anerkannten Schutzstatus. Bei 13,8 Prozent läuft das Asylverfahren noch. Bei 10,1 Prozent dieser Menschen wurde ein Schutzstatus abgelehnt. Diese Daten beruhen auf Angaben des Ausländerzentralregisters.

Weltweit ist die Zahl der Flüchtlinge 2018 nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) auf den bislang höchsten Stand von 70,8 Millionen gestiegen, unter ihnen 41,3 Millionen, die innerhalb ihres Landes vertrieben wurden.

Im vergangenen Jahr kamen 6903 Schutzsuchende in Rheinland-Pfalz an, 12,9 Prozent weniger als 2017. Das Integrationsministerium hat wegen der gesunkenen Aufnahmezahlen das Netz für die Erstaufnahme von Geflüchteten gestrafft. Inzwischen gibt es nur noch zwei dieser Heime, die in Rheinland-Pfalz als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) bezeichnet werden - in Speyer und in Trier.

Die meisten der neu aufgenommenen Asylbewerber kamen aus Nigeria. Ihr Anteil stieg von 12 Prozent im Gesamtjahr 2018 auf 22 Prozent im ersten Halbjahr 2019. In dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas herrschen ein bewaffneter Konflikt zwischen der Regierung und islamistischen Gruppen wie Boko Haram im Nordosten des Landes sowie weitere Konflikte, die einen ethnischen Hintergrund haben.

An zweiter Stelle der Herkunftsländer im ersten Halbjahr liegt das Bürgerkriegsland Syrien mit 14 Prozent; im vergangenen Jahr waren es 20 Prozent. Danach folgen die Türkei (12 Prozent), Pakistan und Iran (jeweils 11 Prozent), Irak und Afghanistan (jeweils 8 Prozent) sowie Somalia mit 6 Prozent.