Frankreich Atomkraftwerk Fessenheim soll 2020 geschlossen werden

  • Das Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein soll im Sommer 2020 geschlossen werden. Das kündigte Frankreichs Präsident Macron an.
  • Deutschland fordert bereits seit Jahren die Abschaltung des pannenanfälligen Kraftwerks in der Nähe von Freiburg im Breisgau.
  • Bis 2035 will die französische Regierung fast jeden vierten Atomreaktor abschalten.

Das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein wird im Sommer 2020 geschlossen. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag bei der Vorstellung eines Zehnjahres-Plans zur Energiewende in Paris an.

Deutschland verlangt seit Jahren die Abschaltung des pannenanfälligen Kraftwerks nahe Freiburg im Breisgau, das seit mehr als 40 Jahren am Netz ist. Macron hatte die Stilllegung bereits in der Vergangenheit versprochen, ein genaues Datum gab es bislang aber nicht.

Wenn es nach dem Pariser Umweltministerium geht, könnte bis zum Jahr 2035 fast jeder vierte Atomreaktor in Frankreich abgeschaltet werden, insgesamt 14 von 58. Damit soll der Atomanteil an der Stromproduktion von derzeit knapp 72 - das ist weltweiter Rekord - auf 50 Prozent sinken. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Atomanteil wegen des beschlossenen Ausstiegs nur noch bei knapp zwölf Prozent.

Der Betreiber des Kraftwerks wurde nach einer Panne verurteilt

"Unsere Atomkraftwerke werden immer älter, und sie haben immer mehr Schwierigkeiten", räumte das französische Umweltministerium vor Kurzem ein. 2015 hatte es im Atomkraftwerk Fessenheim eine Panne gegeben. Ein Leck in einer Leitung mit nicht-radioaktivem Wasser löste damals einen Notstopp von Reaktor 1 des Kraftwerks aus. Durch die undichte Stelle gelangten 100 Kubikmeter Wasser in den Maschinenraum. Dadurch seien wichtige Geräte ausgefallen.

Der Kraftwerksbetreiber EDF versicherte, der Zwischenfall habe keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Einrichtung, des Personals oder die Umwelt. Das Leck wurde repariert. Wenige Tage später trat nur einen Meter entfernt ein neues Leck auf. Im November 2018 wurde ein Gerichtsurteil bestätigt, laut dem EDF die Gründe für die erste Panne nicht ausreichend ermittelt und dem erneuten Leck nicht ausreichend vorgebeugt habe.

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