Fall Lisa Kritik am Kommunikationsverhalten der Berliner Polizei

Am vergangenen Wochenende hatten die russischen Medienberichte und ihre Verbreitung in den sozialen Netzwerken eine Protestwelle von Russlanddeutschen ausgelöst. In Berlin und zahlreichen süddeutschen Städten demonstrierten insgesamt mehrere tausend Menschen.

Neben Russlanddeutschen und Russischstämmigen waren Rechtsextreme und Pegidisten unter den Demonstranten. Im baden-württembergischen Ellwangen zog ein Tross von mindestens 500 Menschen vor eine Flüchtlingsunterkunft und skandierte Parolen.

Verbände, wie etwa die "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" und der "Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland" distanzierten sich von den Demonstrationen.

Alexander Reiser, der Geschäftsführer eines Berliner Vereins, der sich für die Integration russischstämmiger Personen einsetzt, kritisierte aber auch das Kommunikationsverhalten der Berliner Polizei. Es habe nahegelegt, dass nach der Feststellung, Lisa F. sei nicht vergewaltigt worden, das Verfahren gestoppt werde. Tatsächlich hatte die Polizei zunächst nicht mitgeteilt, dass die Ermittlungen weitergingen. Dies habe den Ausbruch der Proteste am vergangen Wochenende mit verursacht.

Mit Material von dpa

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