Fall Khashoggi Türkei nimmt zwei angebliche arabische Spione fest

Der Journalist Jamal Khashoggi, hier bei einem Telefonat während des Weltwirtschaftsforums in Davos 2011.

(Foto: dpa)

Ein halbes Jahr nach dem Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi lässt der Istanbuler Staatsanwalt zwei Männer verhaften. Sie könnten möglicherweise mit der Tat zu tun haben.

Mehr als sechs Monate nach dem Mord an dem saudischen Journalisten und Regierungskritiker Jamal Khashoggi in Istanbul hat die Türkei zwei angebliche arabische Spione festnehmen lassen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass die Männer auf Befehl des Istanbuler Staatsanwalts inhaftiert worden seien. Man prüfe, ob die Verdächtigen Verbindungen zum Mord an Khashoggi hätten.

Einer der beiden Männer sei im Oktober 2018 einige Tage nach dem Mord eingereist, der andere einige Zeit später, sagte ein Behördenvertreter, der anonym bleiben wollte. Die Verdächtigen seien sechs Monate lang beobachtet und schließlich am Montag festgenommen worden. "Es ist möglich, dass sie versucht haben, Informationen über in der Türkei lebende Araber zu sammeln." Sie hätten gestanden, für die Vereinigten Arabischen Emirate gearbeitet zu haben. Das türkische Innenministerium lehnte einen Kommentar ab, beim Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate war keine Stellungnahme zu erhalten.

Jamal Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte mehrfach betont, "höchste Kreise" seien involviert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wird auch international verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben. Die Führung in Riad weist die Vorwürfe zurück.