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Extremismus - Schwerin:Regierung besorgt über internationale Kontakte von Nazibands

Schwerin (dpa/mv) - Die Landesregierung hat sich besorgt über die Einbindung rechtsextremistischer Bands aus dem Nordosten in die internationale Rechtsrockszene gezeigt. Konzerte im Ausland für das in Deutschland verbotene "Blood & Honour"-Netzwerk (B&H) seien ein Beleg für internationale Kontakte der MV-Szene, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Peter Ritter. Die Konzerte verschaffen den Bands demnach ein breiteres Publikum und bessere Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte. Einen Verstoß gegen das B&H-Verbot stellten die Auftritte aber nicht dar.

Mindestens sechs Bands aus dem Land sind laut Regierung seit 2014 bei zehn verschiedenen Konzerten im Ausland aufgetreten, darunter in Polen, Ungarn, Großbritannien, Finnland und Italien. Darüber hinaus gebe es Erkenntnisse, über die wegen der Geheimhaltung nichts gesagt werden könne. Insgesamt gehen die Behörden von 13 rechtsextremistischen Bands in Mecklenburg-Vorpommern aus.

"Mit Sorge betrachte ich, dass die zuständigen Behörden dieses Treiben wieder lediglich beobachten, anstatt konsequent dagegen vorzugehen", sagte Ritter. Auch fast 20 Jahre nach dem Verbot des militanten Neonazinetzwerks lieferten die Bands "die Begleitmusik für Mord und Totschlag". Am Wochenende soll erneut eine Band aus MV bei einem Konzert von "Blood & Honour Ungarn" spielen.