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Extremismus - Leipzig:OBM Jung fordert politische Aufarbeitung der Silvesternacht

Deutschland
Burkhard Jung (SPD). Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Leipzig (dpa/sn) - Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) fordert eine politische Aufarbeitung der Silvesternacht in Connewitz. Alle Akteure im Stadtteil - Kirche, Gewerkschaften, Vereine, Kulturzentren - müssten an einen Tisch, sagte Jung in einem Interview mit dem Stadtmagazin "Kreuzer". "Wir können nicht zulassen, dass ein ganz wunderbarer Stadtteil diskreditiert wird. Ganz Deutschland denkt, Connewitz ist Hafenstraße hoch zehn." Jeglicher Gewalt müsse dabei eine klare Absage erteilt werden.

Zugleich müsse aber auch eine Debatte über den Polizeieinsatz zu Silvester am Connewitzer Kreuz möglich sein. "Die Polizei ist doch kein Heiliger", sagte der Stadtchef. Er habe bereits ein langes Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Torsten Schultze unter vier Augen geführt. An dem Vorgehen der Polizei sowie der Öffentlichkeitsarbeit in der Silvesternacht hatte es Kritik gegeben.

"Es ist nicht sakrosankt, was ein Polizeisprecher sagt. Ich muss doch in einem Rechtsstaat die Frage stellen dürfen: Habt ihr euch richtig verhalten? Wie ist eure Taktik? Seid ihr vielleicht über das Ziel hinausgeschossen. Das muss alles auf den Tisch", sagte Jung.

Auch über die Gewalteskalation müsse geredet werden. "Da darf nichts wackeln, da muss ganz klar sein: Man tritt nicht auf einen Menschen ein". Auch eine klammheimliche Freude über die Angriffe auf die Polizei dürfe nicht im Raum stehen. In der Silvesternacht war ein 38 Jahre alter Polizist schwer verletzt worden. Er musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.

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