"Eurofighter"-Absturz Eine Chronologie der Zwischenfälle

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr gehen durch ein Feld, um Wrackteile zu untersuchen. Am Montag sind zwei Eurofighter bei Luftkampfübungen über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt.

(Foto: dpa)

Bei einem "Eurofighter"-Absturz in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Pilot ums Leben gekommen. Es ist nicht der erste Zwischenfall mit dem Kampfjet. Ein Überblick.

Der Absturz der beiden Kampfjets über Mecklenburg-Vorpommern ist nicht der erste Unfall: Bereits während der Entwicklung des Eurofighters stürzte im Jahr 2002 eine Maschine ab. Danach kam es zu weiteren Zwischenfällen.

  • Im Juli 2007 konnte ein Eurofighter-Pilot in letzter Sekunde einen schweren Unfall verhindern. Der Pilot wollte in Neuburg an der Donau einem Vogelschwarm ausweichen und raste beinahe in den Tower des Flugplatzes. Eine technische Störung wurde damals ausgeschlossen; die Pilotenausbildung wurde in der Folge angepasst.
  • Ein Eurofighter der britischen Luftwaffe setzte bei einer Übung im April 2008 auf einer Landebahn im US-amerikanischen Kalifornien auf, ohne zuvor das Fahrwerk auszufahren. Der Pilot blieb unverletzt. Auch hier wurde technisches Versagen ausgeschlossen.
  • Im August 2010 stürzte ein Eurofighter der spanischen Streitkräfte in der Nähe von Sevilla ab. Der Unfall war der erste mit Todesfolge. Während sich der spanische Ausbilder mit dem Schleudersitz retten konnte, kam der saudische Pilot ums Leben. Er konnte sich vermutlich aufgrund eines technischen Fehlers nicht retten.
  • In Südspanien ereignete sich vier Jahre später ein weiterer tödlicher Unfall. Der Eurofighter stürzte kurz vor der Landung ab. Die Ursache blieb unklar; der 30-jährige Pilot galt als sehr erfahren.
  • Im Juni 2014 kam es zu einem tödlichen Unfall im Sauerland. Ein ziviler Passagierjet stürzte nach einem Zusammenstoß mit einem Eurofighter der Bundeswehr ab. Beide Passagiere des Learjets kamen ums Leben.
  • Bei einem Bodenangriff im September 2017 stürzte ein Eurofighter im Jemen in einen Berg. Der Pilot starb.
  • Ein weiterer Unfall ereignete sich im September 2017 bei einer Flugschau. Der italienische Pilot verstarb beim Versuch eines spektakulären Loopings südlich von Rom. Als Ursache wurde eine zu geringe Flughöhe angegeben.
  • Im Oktober 2017 ereignete sich ein weiteres Unglück in Spanien, bei dem der Pilot nicht überlebte. Nach der Teilnahme an einer Militärparade war der Jet bereits auf dem Rückflug. Aus ungeklärter Ursache kam es zum Absturz.
  • Auch bei einem Zwischenfall im August 2018 war ein spanischer Eurofighter beteiligt. Der Jet, der im Rahmen des Nato-Einsatzes im Baltikum eingesetzt war, feuerte über der südestnischen Stadt Otepää versehentlich eine Rakete ab, die bis heute nicht gefunden wurde.
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