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Europäische Union:Deutschland zahlt künftig zehn Milliarden mehr in EU-Haushalt

EU-Sondergipfel zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise

Bei einem EU-Sondergipfel in Brüssel haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf ein Finanzpaket in Höhe von rund 1,8 Billionen Euro geeinigt.

(Foto: dpa)

Nach der Einigung der Staats- und Regierungschefs auf das Corona-Paket und das EU-Budget soll die Höhe der jährlichen Überweisungen bei etwa 40 Milliarden Euro brutto liegen.

Deutschland wird künftig etwa zehn Milliarden Euro im Jahr zusätzlich in den EU-Haushalt zahlen. Die Höhe der jährlichen Überweisungen werde damit bei etwa 40 Milliarden Euro brutto liegen, heißt es aus Regierungskreisen in Berlin. Miteingerechnet seien die Zölle, die die Bundesrepublik für die EU erhebe. Nicht berücksichtigt ist allerdings, was Deutschland an EU-Geldern zurückbekommt.

Nach Angaben der EU-Kommission hatte Deutschland zuletzt rund 25,5 Milliarden Euro pro Jahr in den EU-Haushalt eingezahlt. Hinzu kamen Zolleinnahmen in Höhe von durchschnittlich 4,05 Milliarden Euro. Deutschland bekommt allerdings auch EU-Gelder aus Brüssel. Wie viel die Mehrbelastung künftig unterm Strich ausmacht, blieb zunächst offen.

2018 hatte Deutschland nach Angaben der Kommission rund 13,4 Milliarden Euro mehr in den EU-Haushalt eingezahlt, als es herausbekommen hatte.

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am Dienstagmorgen auf einen Corona-Hilfstopf und den neuen Haushalt der EU für die kommenden Jahre geeinigt. Der Sondergipfel in Brüssel hatte da schon mehr als 90 Stunden angedauert.

Für den Corona-Fonds soll die EU-Kommission erstmals in ihrer Geschichte im großen Stil Schulden aufnehmen und einen beträchtlichen Teil der Mittel als nicht rückzahlbare Zuschüsse an Mitgliedstaaten ausschütten. Konkret geht es um 390 Milliarden Euro; dazu kommen 360 Milliarden Euro an günstigen Darlehen für Regierungen. Außerdem legte der Gipfel die Höhe des EU-Budgets für die sieben Jahre von 2021 bis 2027 fest. Das Gesamtvolumen soll demnach 1074 Milliarden Euro betragen.

© SZ.de/dpa/dit
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