EU-Beitritt:Serbien lehnt Bedingungen der EU-Kommission ab

Lesezeit: 1 min

Der serbische Außenminister Jeremic will den Friedensprozess mit dem Kosovo nicht vorantreiben - auch wenn das die Bedingung für den ersehnten EU-Beitritt ist. Die EU-Kommission hatte Serbien als offiziellen Kandidaten vorgeschlagen, eine weitere Annäherung aber vom Entgegenkommen im Kosovo-Konflikt abhängig gemacht.

Serbien lehnt die Bedingungen der EU-Kommission zum Beitrittskandidatenstatus ab. "Unsere Politik gegenüber dem Kosovo wird sich als Resultat der Meinung der EU-Kommission nicht ändern", sagte Außenminister Vuk Jeremic in Belgrad nach Angaben der Nachrichtenagentur Beta.

SERBIA EU

Serbien soll offizieller Beitrittskandidat werden: Der serbische Premierminister Mirko Cvetkovic (r.) erhält den formalen Vorschlag der EU-Kommission.

(Foto: dpa)

Die Annäherung seines Landes an die EU und die Lösung der Kosovo-Krise hätten nichts miteinander zu tun: "Für uns sind das zwei getrennte Prozesse, wo der eine nicht den anderen beeinflussen kann", sagte der Minister weiter.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die EU-Kommission den Vorschlag veröffentlicht, in dem Serbiens weitere Annäherung an Brüssel von einem Nachgeben im Kosovo-Konflikt abhängig gemacht wird. Die endgültige Entscheidung über den Kandidatenstatus müssen die EU-Mitglieder einstimmig Anfang Dezember treffen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle lobte das Vorgehen der EU-Kommission: "Wir begrüßen den Vorschlag der Kommission, eine mögliche Verleihung des Kandidatenstatus an Serbien im Dezember von Fortschritten im Verhältnis zu Kosovo abhängig zu machen."

Auch der deutsche Botschafter in Serbien, Wolfram Maas, riet zur Vorsicht. Bei der Empfehlung der EU-Kommission handele es sich "erst um einen Vorschlag, wobei die Entscheidung im Dezember fallen wird", sagte er der größten serbischen Zeitung Blic. "Bis dahin bleiben für die serbische Seite noch zwei Monate, an den Dingen zu arbeiten, von denen man weiß, dass wir sie im Blick haben", sagte Maas.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema