USA:Donald Trump kandidiert noch einmal

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In einer weitschweifigen Rede erklärte der ehemalige US-Präsident, dass er eine weitere Amtszeit anstrebt, und ignoriert die Bedenken der Republikaner, er sei für das schwache Abschneiden seiner Partei bei den Zwischenwahlen verantwortlich.

Von Claudia Koestler, Portland

Donald Trump will bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 erneut kandidieren. Trotz zunehmender Kritik aus den eigenen Reihen gab der 76-jährige frühere Präsident am Dienstag offiziell den Startschuss für seine Kampagne zur Rückkehr ins Weiße Haus. "Heute Nacht kündige ich meine Kandidatur für die Präsidentschaft der USA an", sagte er am Dienstag vor jubelnden, speziell eingeladenen Anhängern in seinem Luxus-Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach. "Amerikas Comeback beginnt genau jetzt."

Wenige Minuten vor Beginn seiner Rede wurde bekannt, dass seine Berater bei der US-Wahlkommission Unterlagen zur Schaffung eines Komitees mit dem Namen "Donald J. Trump for President 2024" eingereicht haben. "Das wird nicht meine Kampagne, das wird Eure Kampagne", sagte er vor der Menge.

Trump hatte die Wahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden verloren und so nach einer Amtszeit das Weiße Haus verlassen. Seine Wahlniederlage hat Trump bis heute nicht eingeräumt.

Der Republikaner pries Errungenschaften seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 und beklagte, seitdem Biden im Amt sei, gehe es steil bergab mit dem Land. "Bald werden wir wieder eine großartige Nation sein", sagte Trump.

Trump hatte sich lautstark in die Zwischenwahlen eingebracht

Seine Ankündigung kommt nur eine Woche nach den Parlaments- und Gouverneurswahlen in den USA, bei denen die Republikaner anders als erwartet keinen spektakulären Sieg einfahren konnten. Trump, der sich lautstark in den Wahlkampf einmischte und zahlreiche rechte Kandidaten öffentlich unterstützte, wird für das schlechte Ergebnis mitverantwortlich gemacht. Das könnte sein Vorhaben nun erschweren: Denn um am Ende tatsächlich als der offizielle Kandidat seiner Partei für die Präsidentenwahl 2024 ins Rennen zu gehen, muss Trump sich in parteiinternen Vorwahlen behaupten.

Weitere Aspiranten innerhalb der Partei

Gefährlich werden könnte Trump zum Beispiel der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Der 44-Jährige wurde bei den Zwischenwahlen mit einem starken Ergebnis in seinem Amt bestätigt. DeSantis vertritt zwar ähnliche Hardliner-Positionen, wirkt in seiner Außendarstellung aber weniger schrill. Und auch andere Republikaner dürften sich nun dazu ermutigt fühlen, den Schritt aus der Deckung zu wagen. So ging Trumps Vizepräsident Mike Pence auf Distanz zu ihm und sagte, dass er über eine Kandidatur nachdenke und dann auch bereit wäre, gegen seinen einstigen Chef anzutreten. Aus der gemäßigteren Ecke der Partei könnte sich etwa der Gouverneur von Virginia, Glenn Youngkin, als Kandidat ins Spiel bringen.

Mehrere laufende Ermittlungen

Trump war von 2017 bis 2021 Präsident der Vereinigten Staaten. In den USA kann eine Person zwei Amtszeiten lang Präsident sein, egal ob diese aufeinander folgen oder nicht. Trump wäre bei der Wahl in gut zwei Jahren 78 Jahre alt. Allerdings ist unklar, wie sich Trumps rechtliche Situation auf eine mögliche Kandidatur auswirken wird. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungen wegen der Entfernung von Geheimdokumenten aus dem Weißen Haus sowie wegen seiner Rolle bei den Versuchen, die Präsidentschaftswahlen 2020 zu kippen, die zu einem tödlichen Sturm auf das Kapitol in Washington führten. Trump und drei seiner Kinder sind außerdem in New York verklagt worden, weil sie angeblich den Wert des Vermögens ihrer Immobilienfirma aufgebläht haben sollen.

Biden hat "nicht wirklich" was dazu zu sagen

Der amtierende demokratische Präsident Joe Biden hat noch keine offizielle Ankündigung gemacht, ob er 2024 wieder antreten wird. Dennoch twitterte er während Trumps Rede: "Donald Trump failed America". Zu der erneuten Kandidatur seines Vorgängers wollte er indes nichts sagen. "Nicht wirklich", sagte Biden am Mittwoch in Indonesien der mitreisenden US-Presse zufolge auf die Frage, was seine Reaktion sei.

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