bedeckt München 20°

David Petraeus:Des Präsidenten General

Die US-Präsidenten Obama und Bush haben eines gemeinsam: Wenn es brenzlig wird, rufen sie nach General Petraeus. Durch dessen Ernennung sagt Obama Ja zur Kontinuität - und zum Kampf. Ein Porträt in Bildern.

Barbara Vorsamer

8 Bilder

Bushs General kämpft nun für Obama

Quelle: AP

1 / 8

General David Petraeus war der Liebling von US-Präsident George W. Bush. Mit ihm ging er auf Mountainbike-Tour, ihm erklärte er ausführlich die militärische Lage. Das präsidentielle Vorzimmer war für den General nie ein Hindernis: Petraeus wurde immer durchgestellt. Aufgrund dieser Nähe ist es verständlich, dass die Obama-Regierung den Bush-Vertrauten erst mal kaltstellte.

Stanley McChrystal, Annie McChrystal

Quelle: ap

2 / 8

Präsident Barack Obama vertraute stattdessen auf General Stanley McChrystal, den er mit dem Oberkommando seiner wichtigsten Mission, dem Krieg in Afghanistan, betraute. Doch nachdem sich McChrystal im Rolling Stone despektierlich über den zivilen Führungsstab des Militärs geäußert hatte, musste er gehen.

Barack Obama, David Petraeus

Quelle: ap

3 / 8

In der Stunde der Not berief Präsident Obama den erfahrenen Petraeus, der für Bush bereits den Irakkrieg wieder auf die Erfolgsbahn zurückbrachte. 2007 übernahm der General das Oberkommando im Irak, stockte die Truppen auf und änderte die Strategie. In Afghanistan soll Kontinuität den Erfolg bringen.

David Petraeus

Quelle: ap

4 / 8

Erst wenige Tage vor seiner Ernennung machte General Petraeus Schlagzeilen, weil er bei einer Anhörung im Senat zusammenbrach.

Gen. Petraeus Testifies At Senate Hearing On Situation In Afghanistan

Quelle: afp

5 / 8

Doch daran seien nur Unterzucker und Jetlag schuld gewesen, ließ der General danach mitteilen. Auch sein Prostatakrebs sei überstanden. Er sei gesund und fit - und bereit, den langwierigen Krieg in Afghanistan mit voller Energie zu führen.

McChrystal geht - Petraeus soll Nachfolger werden

Quelle: dpa

6 / 8

Petraeus ist dafür nicht nur durch seine militärische Laufbahn qualifiziert. Er kann darüberhinaus auf ein weitverzweigtes Netzwerk im politischen Washington, bei Thinktanks und in den Medien zurückgreifen. Mit anderen Schlüsselfiguren im Afghanistankonflikt wie Botschafter Karl Eikenberry, dem Sondergesandten Richard Holbrooke und Außenministerin Hillary Clinton ist er seit langem bekannt.

File: Gen. Petraeus To Replace Gen. McChrystal As Top Commander In Afghanistan

Quelle: getty

7 / 8

Sein diplomatisches Geschick und sein verschmitzter "Pfadfinder-Charme" (New York Times) werden ihm dabei helfen, Gräben zu überbrücken. Am meisten wird ihm jedoch seine interkulturelle Kompetenz helfen. Schon oft betonte er bei Vorträgen: Um in Afghanistan etwas zu erreichen, müsse man auch mit den Aufständischen eine Tasse Tee trinken.

File: Gen. Petraeus To Replace Gen. McChrystal As Top Commander In Afghanistan

Quelle: getty

8 / 8

Präsident Obama hat mit seiner Entscheidung für Petraeus Kompetenz und Kontinuität gewählt und damit Mut bewiesen. Denn wenn es 2011 um den Abzug aus Afghanistan geht, hat er sich mit Petraeus einen starken Gegner ausgesucht.

© sueddeutsche.de/bavo/gba

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite