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Damaskus warnt Ankara:"Die Türkei wird teuer für ihren Beitrag bezahlen"

Bashar Assad, Recep Tayyip Erdogan

Das Bild aus dem Jahr 2010 zeigt den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Syriens Präsident Baschar al-Assad bei einem Treffen in Damaskus. Inzwischen zählt die türkische Regierung zu den größten Unterstützern der syrischen Rebellen.

(Foto: AP)

Die Spannungen zwischen Syrien und der Türkei nehmen zu. In einem Interview warnt Syriens Präsident Ankara, die syrischen Rebellen weiterhin zu unterstützen.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat die Türkei gewarnt, dass ihre Unterstützung für die Aufständischen in seinem Land schwerwiegende Folgen haben werde. "Die Türkei wird sehr teuer für ihren Beitrag bezahlen", sagte Assad in einem Interview des oppositionellen türkischen Senders Halk TV, das am Freitag ausgestrahlt wurde.

Die "Terroristen", wie Assad und seine Regierung die Rebellen bezeichnen, würden schon sehr bald Einfluss auf die Türkei haben. Sie seien "wie ein Skorpion, der nicht zögert, jederzeit zuzustechen", sagte Assad.

Die türkische Regierung zählt zu den wichtigsten Unterstützern der Aufständischen im Nachbarland. Mit Blick auf den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan sagte Assad, dieser verbreite "einen Haufen Lügen" über Syrien und die dortige Bevölkerung. "Erdoğan macht nichts anderes, als die Terroristen zu unterstützen."

Die einst engen Beziehungen zwischen Damaskus und Ankara haben sich im Laufe des syrischen Bürgerkriegs in offene Gegnerschaft verwandelt. Am Donnerstag verlängerte das türkische Parlament ein Mandat um ein Jahr, das es dem Land erlauben würde, Truppen nach Syrien zu schicken.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern erreichten einen Höhepunkt, nachdem die türkische Armee im September einen syrischen Militärhubschrauber abgeschossen hat, weil dieser in türkischen Luftraum eingedrungen war. Syriens Präsident Assad gab nun zu, dass der Helikopter tatsächlich in den türkischen Luftraum geflogen war. Dies sei aber gerechtfertigt gewesen, um "das Eindringen einer großen Zahl von Terroristen" zu verhindern, argumentierte er.

Syriens Rebellen verbünden sich

Indes schließen sich die Rebellen in Syrien immer mehr zu größeren Verbänden zusammen. Wie die regimekritische Website All4Syria berichtete, haben fünf kleinere Brigaden die Vereinigung "Amjad al-Islam" gebildet.

In den vergangenen Tagen hatten sich bereits Dutzende Brigaden zu zwei größeren Truppenverbänden namens "Armee des Islams" und "Ahl-al-Sunna-wa-al-Dschamaa-Armee" vereinigt. Die Brigaden mit islamistischem Hintergrund erhalten Unterstützung aus den arabischen Golfstaaten.

Die Exil-Opposition beobachtet diese Entwicklung mit wachsender Besorgnis. Die von Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee (FSA) müsse die einzige Armee der Revolution sein, sagte ein Oppositioneller dem Nachrichtensender Al-Arabija. Die Operationen bewaffneter Gruppen, die keinen politischen Weisungen folgten, seien dagegen sogar kontraproduktiv.

© afp/dpa/dmo/liv

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