Corona:Infizierte müssen sich in Österreich nicht mehr isolieren

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Corona: "Wer krank ist, bleibt zu Hause", appelliert Österreichs grüner Gesundheitsminister Johannes Rauch. Doch verpflichtend ist das nicht mehr.

"Wer krank ist, bleibt zu Hause", appelliert Österreichs grüner Gesundheitsminister Johannes Rauch. Doch verpflichtend ist das nicht mehr.

(Foto: Martin Juen/Imago)

Auch wer positiv auf Covid getestet ist, darf künftig unter die Leute gehen - mit Maske vor Mund und Nase. Das Ende der Quarantäne begründet der Gesundheitsminister nicht in erster Linie mit medizinischen Argumenten.

Mitten in der sommerlichen Corona-Welle hat Österreich die Quarantäne für Infizierte abgeschafft. "Wir machen jetzt Verkehrsbeschränkungen statt verpflichtender Quarantäne", sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Dienstag in Wien. Die grundsätzliche Lockerung werde ab 1. August gelten. Auch Infizierte dürften dann weiter unterwegs sein, allerdings mit FFP2-Maske.

"Wer krank ist, bleibt zu Hause", appellierte Rauch zugleich an die Bürger. Die Entscheidung sei gerade auch mit Blick auf die psychischen und sozialen Folgen der Corona-Krise gefallen, sagte Rauch. Weltweit hätten Ängste und Depressionen zugenommen: "Wir gehen einfach gut vorbereitet in eine neue Phase der Pandemie-Bekämpfung."

"Wir können die Pandemie nicht wegtesten, nicht wegimpfen und nicht wegabsondern", hieß es. Weiterhin gelte eine Meldepflicht, um einen Überblick über das Krankheitsgeschehen zu behalten. Im Herbst drohe mit der Gaskrise, der Teuerung und dem Krieg in der Ukraine ohnehin eine schwierige Situation für die Bevölkerung, sagte Rauch der Tiroler Tageszeitung. "Ich bin Sozial- und Gesundheitsminister, deshalb beschäftigt mich mittlerweile die soziale Frage und die Frage der sozialen Verwerfungen mindestens ebenso intensiv wie die Corona-Krise", sagte Rauch der Zeitung.

Auch in anderen Ländern gibt es keine Quarantäne mehr

Rauch verwies auf internationale Vorbilder wie Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Spanien und die Schweiz. Dort sei die Quarantäne ohne größere Folgen teils seit Monaten abgeschafft. In Frankreich stimmte der Senat am Dienstag für eine Aufhebung sämtlicher Coronamaßnahmen vom 1. August an. Die Möglichkeit obligatorischer Coronatests an den Landesgrenzen bleibt jedoch bestehen.

Deutlich wie nie stellte die Regierung in Wien auch die Aussagekraft der Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern infrage. Eine genaue Analyse ergebe, dass nur etwa die Hälfte der entsprechenden Patienten als Hauptdiagnose Covid habe, sagte Katharina Reich, Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit in Rauchs Ministerium.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich liegt mit rund 900 Fällen pro 100 000 Einwohner und Woche über dem deutschen Wert. Im Vergleich zum Sommer des Vorjahres müssen aktuell wesentlich mehr Patienten in den Krankenhäusern betreut werden.

In Slowenien gibt es schon seit Mai keine Quarantäne für Infizierte mehr. Empfohlen wird dort aber, sich für eine Woche zu isolieren und sich täglich zu testen. Die Schweiz hat die Maßnahme mit April abgeschafft, ebenso Liechtenstein. In Italien müssen Menschen, die Symptome entwickeln, sich noch zehn Tage lang selbst isolieren - wie das bisher auch noch in Österreich der Fall war. Personen, die eine Booster-Impfung erhalten haben, können sich aber nach sieben Tagen freitesten, sofern sie ohne Symptome sind.

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