Bundeswehr Viele Rekruten fühlen sich unterfordert

Finanzminister Schäuble will mehr Geld für die Bundeswehr ausgeben.

(Foto: AP)
  • Einer Bundeswehr-Studie zufolge fühlen sich zwei Drittel der freiwillig Wehrdienstleistenden vom Dienst in ihren Einheiten unterfordert.
  • Finanzminister Schäuble will mehr Geld in die Bundeswehr investieren - allerdings erst ab 2017.
  • Damit erteilt der Finanzminister Forderungen von Verteidigungsministerin von der Leyen eine Absage.

Studie belegt Unterforderung der Soldaten

Zwei Drittel der freiwillig Wehrdienstleistenden fühlen sich einer Studie zufolge vom Dienst in ihren Einheiten unterfordert. "Diese Unterforderung betrifft Befragte aller Bildungsschichten, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß", heißt es in der Befragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Jeder Dritte ist der Meinung, er habe "nichts Nützliches gelernt".

Der Bundeswehr ist es seit Aussetzung der Wehrpflicht erstmals gelungen, mehr als 10 000 Freiwillige zu rekrutieren. Wurden 2013 lediglich 8300 neue Rekruten eingestellt, waren es nach Auskunft des Verteidigungsministeriums auf Anfrage der Welt am Sonntag im vergangenen Jahr 10 230. Allerdings wollte sich nur jeder fünfte Rekrut nach Ende des Dienstes auch als Zeitsoldat bewerben.

Nur 31 Prozent der Befragten zeigten sich der Studie zufolge mit der "Sinnhaftigkeit des Dienstes" zufrieden und 36 Prozent mit dem Dienstablauf. Mit der Bezahlung waren hingegen mehr als 83 Prozent eher oder sehr zufrieden. Auch Rahmenbedingungen wie Unterkunft, Verpflegung und die Entfernung zum Heimatort bewerteten die Soldaten als gut.

Mehr Geld für Verteidigung und innere Sicherheit

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versprach derweil einen höheren Verteidigungsetat ab dem Jahr 2017. "Natürlich werden wir angesichts der Krisen und Instabilitäten in der Welt in den nächsten Jahren höhere Leistungen für Verteidigung schultern müssen", sagte Schäuble der Bild am Sonntag.

Insgesamt will der Finanzminister für drei Ressorts künftig mehr Geld ausgeben: "Ich habe vorgeschlagen, dass wir die Ausgaben für Entwicklungshilfe moderat steigern. Und wir werden in den kommenden Jahren mehr für Verteidigung und innere Sicherheit ausgeben müssen. Die Welt ist leider unsicherer geworden."

Absage an Forderungen von der Leyens

Mit der Forderung nach mehr Geld für ihr Ressort kann sich Verteidigungministerin Ursula von der Leyen (CDU) allerdings noch nicht für den Haushalt 2016 durchsetzen. "Kurzfristig, also für das kommende Jahr, können Sie mit einem höheren Verteidigungsetat allerdings wenig ausrichten, weil die Industrie so schnell gar nicht große Rüstungsprojekte liefern kann", erläuterte Schäuble. Derzeit stellt das Bundesfinanzministerium die Eckpunkte des Haushalts 2016 für die einzelnen Ressorts auf.