Bürgerkrieg in Syrien Assad droht mit "eiserner Faust"

Syriens Präsident Assad meldet sich mit einem seiner seltenen Fernsehauftritte zu Wort - und zeigt sich unnachgiebig. Der Diktator setzt weiterhin auf eine Lösung "auf dem Schlachtfeld". Auf Verhandlungen mit der Opposition gibt er wenig.

Angesichts einer Reihe militärischer Erfolge zeigt sich der syrische Präsident Baschar al-Assad entschlossener denn je, den Aufstand in seinem Land mit Gewalt zu besiegen. "Die Krise lässt sich nur auf dem Schlachtfeld lösen", sagte Assad am Sonntag in einer 45-minütigen Fernsehansprache. Er bekräftigte, mit dem "Terror" lasse sich keine Lösung finden, er lasse sich nur mit "eiserner Faust" zerschlagen.

Auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Aufstände gibt sich Assad damit unbeugsam. Verhandlungen mit dem größten Oppositionsbündnis über eine politische Lösung des Bürgerkriegs schloss er aus. Die Nationale Koalition sei "wenig verlässlich", sie werde zudem von "mehr als einem der Golfstaaten" bezahlt, sagte der syrische Machthaber. Außerdem spiele sie "bei der Lösung der Krise keine Rolle."

Nach UN-Angaben wurden in Syrien inzwischen mehr als 100.000 Menschen bei den Kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen getötet. Millionen weitere wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Am Sonntag fielen erneut mehr als 30 Menschen der Gewalt zum Opfer, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Bei den Gefechten in einem Gebirge im Nordwesten seien zwölf Rebellen und 19 Pro-Assad-Kämpfer ums Leben gekommen

Versuche, den Konflikt mit Hilfe einer internationalen Friedenskonferenz beizulegen, blieben bislang ohne Erfolg. Assads Truppen konnten mit der Einnahme eines weiteren Viertels der Rebellenhochburg Homs Ende Juli ihre Vormachtstellung ausbauen. Gleichzeitig aber beschleunigt sich der Niedergang der syrischen Wirtschaft: Nachdem das Syrische Pfund gegenüber dem Dollar inzwischen drei Viertel seines Wertes verloren hat, verbot Assad am Sonntag alle Transaktionen in ausländischer Währung.